Politische Bildung Staat und Religion Nachricht 20.04.2012 Teamgeist und Glaube tun Jugend gut
+ Grußwort des Ministers
Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel
Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich hat sich klar zur Bedeutung außerschulischer Träger für die Bildung junger Menschen bekannt. Auf einer Bildungskonferenz in Berlin am 19. April unterstrich er die Notwendigkeit, vor allem soziale Kompetenzen auch in der Freizeit und im Ehrenamt zu vermitteln. Friedrich machte mit seiner Rede den Auftakt zu einer zweitägigen Fachtagung, zu der der Olympische Sportbund, die katholische Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche (EKD) gemeinsam geladen hatten. Ihrem Ruf in die Hauptstadt waren über 250 Menschen aus ganz Deutschland gefolgt, die Verantwortung für die Jugendbildung tragen.
In seinem Beitrag betonte Friedrich, dass gerade Sport und Kirche hervorragend geeignet seien, die Charakterbildung junger Menschen zu fördern. In beiden Bereichen gehe es darum, das Beste aus sich herauszuholen. Gleichzeitig lebten Sport und Kirche davon, dass Leistung und Erfolg nicht alles seien. Vielmehr, so zeigte Friedrich auf, verwiesen sie jeweils auf Höheres: "Bei den einen sind das Teamgeist und Fairplay, bei den anderen Glaube, Hoffnung und Liebe."
Im Anschluss moderierte der Fernsehjournalist Peter Limbourg eine Gesprächsrunde zwischen den Gastgebern des Abends. Dabei kamen die Diskutanten immer wieder auf die Impulse des Bundesinnenministers zurück. So nannte auch der DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach die Werteorientierung als größte Gemeinsamkeit zwischen Sport und Kirche. Der ehemalige Weltmeister im Fechten erinnerte sich auch an seine Zeit als Ministrant und verdeutlichte die Bedeutung dieses Amts für seine Entwicklung.
Der Vorsitzende des Rats der EKD, Präses Dr. Nikolaus Schneider, betonte den Wert der Freiwilligkeit außerschulischer Bildung. In der Tat wissen Bildungsforscher seit Langem, wie eng Motivation und Lernerfolg miteinander verknüpft sind. Darüber hinaus lobte Schneider das Engagement des Sports gegen die politische Radikalisierung junger Menschen. Der Vorsitzende der DBK, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, verwies auf seine eigene Biographie: Als Jugendlicher konnte er sich sowohl im kirchlichen Bereich als auch bei den jungen Naturfreunden einbringen und selbst gestalten. Als Personalchef des Erzbistums Freiburg habe er später immer wieder erlebt, wie wichtig solche im ehrenamtlichen Bereich erworbenen Kompetenzen seien.
Auf dem abendlichen Empfang herrschte eine optimistische Stimmung. Die Teilnehmer der Bildungskonferenz, die selbst für Jugendbildung im ehrenamtlichen Bereich Verantwortung tragen, waren sich einig: In Sport und Kirche wachsen Jugendliche nicht nur für sich selbst, sondern setzen sich auch für Andere ein. Diesen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt hatte zuvor auch Innenminister Friedrich hervorgehoben: "Auch wenn die Fans von Dietrich Bonhoeffer und Mutter Teresa nicht so leicht an Schals und Mützen zu erkennen sind wie die von Magdalena Neuner und Timo Boll, prägen sie unsere Gesellschaft doch ebenso stark und positiv."





