Gesellschaft und Verfassung Deutsche Islam Konferenz Nachricht 19.04.2012 Deutsche Islam Konferenz 2012: Geschlechtergerechtigkeit im Mittelpunkt
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Quelle: BMI
Am 19. April hat das Plenum der Deutschen Islam Konferenz (DIK) zum dritten Mal in dieser Legislaturperiode getagt. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand der diesjährige Themenschwerpunkt Geschlechtergerechtigkeit, zu dem eine Erklärung gegen häusliche Gewalt und Zwangsverheiratung verabschiedet wurde, sowie die aktuelle Debatte zum Salafismus.
"Wir tragen in der Deutschen Islam Konferenz dazu bei, das Verhältnis zwischen Einrichtungen von Bund, Ländern und Kommunen und den Muslimen in Deutschland weiterhin auf eine gute Grundlage zu stellen"
, sagte Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich während der Sitzung. Ziel der DIK ist es, die Teilhabe der rund 4 Millionen in Deutschland lebenden Muslime zu verbessern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
| Impressionen zum Plenum 2012 |
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Erklärung gegen häusliche Gewalt und Zwangsverheiratung
Die Erklärung gegen häusliche Gewalt und Zwangsverheiratung nannte Friedrich "ein wichtiges Signal"
und "eine wichtige Grundlage für die künftige praktische Arbeit zur Eindämmung von häuslicher Gewalt und Zwangsverheiratung"
. Gerade angesichts der Pluralität der Muslime in Deutschland sei es besonders begrüßenswert, dass es der DIK gelungen ist, eine solche gemeinsame Erklärung zu verabschieden.
Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan hielt ein Impulsreferat zum Thema Geschlechtergerechtigkeit. "Dem Staat obliegt die Pflicht, die freie Entfaltung der Lebensentwürfe der Individuen zu sichern und zu ermöglichen"
, betonte sie. Insbesondere die Verbesserung der realen Lebensverhältnisse der Musliminnen sei dabei ein wichtiges Anliegen. Die Öffentlichkeit solle zur Kenntnis nehmen, dass muslimische Mädchen und Frauen mittlerweile höhere Schulabschlüsse als Jungen und Männer aufweisen und auch erfolgreicher in der Ausbildung seien.
Junge Islam Konferenz
Zum zweiten Mal haben Teilnehmer der Jungen Islam Konferenz am Plenum der DIK teilgenommen. Sie haben – wie im letzten Jahr –dem Bundesinnenminister ihre Empfehlungen und Ideen überreicht. Ein persönlicher Austausch mit Friedrich zu den Empfehlungen ist für die Zeit nach dem Plenum geplant. Die Junge Islam Konferenz beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Darstellung von Muslimen im Internet.
DIK-Jugendwettbewerb "Erfolgsgeschichten"
Im Rahmen der Konferenz gab Friedrich zudem den Startschuss für den Jugendwettbewerb "Erfolgsgeschichten". "Besonders wichtig ist mir, dass die Beiträge des Wettbewerbs gerade auch die positiven Beispiele von erfolgreichen Muslimen am Arbeitsmarkt in den Vordergrund rücken"
, stellte der Bundesinnenminister heraus. Bewerben können sich bis zum 31. August 2012 Schüler und Studenten mit journalistischen Beiträgen – Text, Fotostrecke oder Video - über erfolgreiche Musliminnen und Muslime in Deutschland. Alle Details sind auf der Website der DIK zu finden.
Salafismus
Die Deutsche Islamkonferenz hat sich klar gegen den radikalen Salafismus gestellt. Die Arbeitsgruppe Prävention der Islamkonferenz erörtert derzeit praktische Maßnahmen zur Prävention von Extremismus und gesellschaftlicher Polarisierung, die sie 2013 vorstellen wird. "Wir sind uns in der DIK alle einig, dass salafistischer Extremismus nicht akzeptabel ist und nicht in eine freie Gesellschaft, wie wir sie in Deutschland haben, passt"
, betonte Friedrich.
Die DIK tagt auf mehreren Ebenen. Höchstes Gremium ist das Plenum, darunter wird die Arbeit des Plenums durch einen Vorbereitungsausschuss vorbereitet und ergänzt. An der DIK nehmen Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen, muslimischen Verbänden und muslimischen Persönlichkeiten teil. In der vergangenen Legislaturperiode wurden theoretische Handlungsgrundlagen geschaffen. Nun geht es darum, die konkrete Teilhabe der Muslime in Deutschland zu stärken und Ergebnisse in die Praxis umzusetzen. Für die Plenarsitzung 2013 ist "Prävention" als Schwerpunktthema vorgesehen. Für den Herbst 2012 wurde eine Tagung zum Thema "Muslimfeindlichkeit" beschlossen.





