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Sicherheit Extremismusbekämpfung Nachricht 29.02.2012 Fried­rich ehrt Ehe­paar für En­ga­ge­ment ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger verleiht Bürgerpreis für Zivilcourage gegen Fremdenhass und rechte Gewalt. Friedrich hält Laudatio.

Birgit und Horst Lohmeyer sind Vorbilder für Zivilcourage gegen rechtextremistisches Gedankengut: Mit einem jährlich stattfindenden Rockkonzert auf ihrem Hof in Jamel in Mecklenburg-Vorpommern setzen sie ein Zeichen für Demokratie und Toleranz. Für sein Engagement hat das Ehepaar nun den "Bürgerpreis der deutschen Zeitungen" erhalten. Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich sprach bei der Preisverleihung am 29. Februar in Berlin die Laudatio. " Sie sind beispielhaft für unzählige tatkräftige, mutige Menschen, die uns täglich Zivilcourage vorleben – und das, obwohl es alles andere als leicht ist", lobte Friedrich die beiden Preisträger.

Das kleine Dorf in der Nähe von Schwerin liegt malerisch schön in der Landschaft. Hierhin haben sich die Lohmeyers zurückgezogen, um sich als Schrifstellerin und Musiker von der Idylle inspirieren zu lassen. Die Freude sollte nicht lange andauern: Die Gemeinde hat mit Neonazis zu kämpfen, die das Dorf für sich vereinnahmen wollen. Das Ehepaar hat nicht tatenlos zugesehen und initiierte ein Rockkonzert gegen Rechtsextremismus auf dem eigenen Grundstück. In der Zwischenzeit hat sich das Musikfestival etabliert. Und den Lohmeyers etliche Feinde im Dorf beschert. Dennoch ließ sich das Ehepaar nicht entmutigen. Der mit 20.000 Euro dotierte Bürgerpreis, den der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ausgelobt hatte, wird die Fortsetzung des Engagements sicherlich beflügeln und dem Ehepaar Schutz gegen Angriffe bieten.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich hielt die Laudatio + Dr. Friedrich hielt die Laudatio Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel

In seiner Laudatio betonte Friedrich die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Engagements. Nach dem Bekanntwerden der Mordserie der "Zwickauer Zelle" habe der Bund die "Abwehrkräfte des Staats gegen Rechtsextremismus" gestärkt - durch die bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in einem Gemeinsamen Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus, einer Verbunddatei und einem Internet-Abwehrzentrum. "Die Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft gegen die Ausbreitung von Extremismus in unserem Land ist aber ebenso wichtig", sagte der Minister vor rund 180 geladenen Gästen aus Politik und Medien.

Friedrich dankte den Preisträgern für ihre Kraft und ihren Mut, sich den Gegnern unserer Demokratie entgegenzustellen. Kein Dorf, keine Region, kein Stadtteil dürfe den Rechsextremisten überlassen werden. Rockkonzerte, die sich lautstark dagegen stellen, würden ein richtiges Zeichen setzen.

Der "Bürgerpreis der deutschen Zeitungen" ist erstmals 2011 verliehen worden. Die Jury besteht aus allen Chefredakteuren der im BDZV organisierten Verlage. Vorschläge für die Würdigung können ausschließlich durch die Zeitungen eingereicht werden. Bei den aktuellen Preisträgern handelt es sich um eine Nominierung der "Ostsee-Zeitung" (Rostock). Weitere Informationen zum Preis und alle Nominierten im Portrait finden Sie unter dem nebenstehenden Link.

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