Friedrich startet bundesweites Anti-Mobbing-Programm an Schulen
+ Initiative gestartet
Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel
"Wer wegsieht, verliert sein Gesicht" - unter diesem Motto steht das Präventionsprogramm "Fairplayer", welches bundesweit in Schulen zum Einsatz kommen soll. Den Startschuss dafür gaben am 11. November Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich. der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Dr. Rüdiger Grube, und Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin. In der Aula der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg erläuterten Schüler den prominenten Gästen ihre Erfahrungen bei der Durchführung von "Fairplayer". Das Gymnasium hatte als eine der ersten Schulen an dem Programm teilgenommen.
Hinsehen, eingreifen, Verantwortung übernehmen - das ist die Maxime, die das Fairplayer-Programm vermitteln möchte. "Es geht darum, Schüler für die Formen von Gewalt und Mobbing zu sensibilisieren und ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie derartige Konfliktsituationen vermeiden können"
, erklärte Entwicklungspsychologe Prof. Scheithauer, dessen wissenschaftliches Team das Programm entwickelt hat. "Fairplayer" wird unterrichtsbegleitend in den Klassenstufen 7 bis 9 in einem Zeitraum von 3 bis 5 Monaten eingesetzt. Das Besondere: Neben dem Thema Mobbing steht die Förderung sozialer Kompetenzen im Mittelpunkt. "Das Programm kann sich wirklich sehen lassen"
, lobte Friedrich das Engagement aller Beteiligten.
Die Umsetzung des Programms ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Bahn AG, die das Programm finanziell unterstützt, der Stiftung "Deutsches Forum Kriminalprävention", deren Kuratoriumspräsident Friedrich ist, und der Freien Universität Berlin. Neben Berlin sollen weitere Bundesländer hinzu kommen. Bremen hat bereits zugesagt, Niedersachsen hat Interesse signalisiert. "Ich wünsche mir, dass das Projekt nachhaltig ist. Eine Kerze anzustecken und sie nach drei Tagen wieder auszupusten: Das gibt es bei mir nicht"
, sagte Grube vor rund 100 Gästen.
+ Rundgang
Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel
Wie tiefgründig sich die Schüler mit dem Thema auseinandergesetzt hatten, verdeutlichten Schautafeln im Eingangsbereich der Aula. Auf diesen hatten sie künstlerisch Formen der Gewalt und Rollen von Beteiligten in einer Konfliktsituation dargestellt. "Es ist schön zu sehen, wie sich die Schüler in die Situation hineinversetzt haben. Das ist ein wichtiger erster Schritt: Sich klar machen, wo der Spaß aufhört und der Ernst anfängt"
, sagte Friedrich während des Besuchs der kleinen Ausstellung.
In einer anschließenden Gesprächsrunde auf der Schulbühne erzählten die Schüler von ihrern Erlebnissen bei der Durchführung von "Fairplayer". In Rollenspielen hätten sie gelernt, wie Mobbing aussehen und wie man auf dem Schulhof Verantwortung übernehmen kann. Dabei sei es auch darum gegangen, im Klassenverband über die eigenen Gefühle zu sprechen."Ich kann Situationen nun besser einschätzen. Außerdem weiss ich jetzt, wie man helfen kann"
, sagte Gabor Schmeißer aus der Klasse 8c. Dass sich das Programm gelohnt hat, bestätigte auch der Direktor der Schule, Dr. Peter Stock: "Das Schul- und Klassenklima hat sich verbessert. Hoffentlich lassen sich Viele von uns anstecken"
. Friedrich betonte, wie wichtig es sei, dass Schüler in einem harmonischen Umfeld gemeinsam lernen können. Schließlich sei die Schulzeit sehr prägend im Leben und trage wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei.
Die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Schule darf nun den Titel "Fairplayer-Schule" tragen: Eine entsprechende Urkunde wurde den Schülern von Friedrich und Grube überreicht. Im Gegenzug erhielten die beiden Herren ein T-Shirt mit dem "Fairplayer-Logo", auf dem alle Schüler der beteiligten Klassen mit ihrem Namen unterschrieben hatten.
+ Ephraim Juda
Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel
Für die Verbreitung des Programms wurden so genannte "Fairplay-Botschafter" gewonnen. Einer von ihnen, der Musiker Ephraim Juda, nutzte die Gelegenheit, sich den Berliner Schülern persönlich vorzustellen. Am Ende der Veranstaltung griff Juda in die Seiten und bot den Gästen eine Kostprobe seiner Musik.
- Datum
- 11.11.2011





