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IT und Netzpolitik Nachricht 17.06.2011 Bun­desin­nen­mi­nis­ter er­öff­net Na­tio­na­les Cy­ber-Ab­wehr­zen­trum

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich gab am 16. Juni den offiziellen Startschuss für das Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn."Mit dem heutigen Tag setzen wir unsere präventive IT-Sicherheitspolitik fort", sagte Friedrich bei seiner Eröffnungsrede. Das Cyber-Abwehrzentrum, welches bereits am 1. April seine Arbeit aufgenommen hat, soll als Kommunikations- und Informationsplattform dienen und die Erkenntnisse verschiedener Behörden über Cyber-Attacken analysieren und bündeln. Es ist Teil der Cyber-Sicherheitsstrategie, die das Bundeskabinett am 23. Februar 2011 beschlossen hat.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich gab am 16. Juni den offiziellen Startschuss für das Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn."Mit dem heutigen Tag setzen wir unsere präventive IT-Sicherheitspolitik fort", sagte Friedrich bei seiner Eröffnungsrede. Das Cyber-Abwehrzentrum, welches bereits am 1. April seine Arbeit aufgenommen hat, soll als Kommunikations- und Informationsplattform dienen und die Erkenntnisse verschiedener Behörden über Cyber-Attacken analysieren und bündeln. Es ist Teil der Cyber-Sicherheitsstrategie, die das Bundeskabinett am 23. Februar 2011 beschlossen hat.

Täglich werden durchschnittlich 13 neue Schwachstellen in Standardprogrammen entdeckt, alle zwei Sekunden wird ein neues Schadprogramm erstellt, pro Tag werden rund 21.000 Webseiten mit derartigen Programmen infiziert. Hacker treiben ihr Unwesen - die jüngsten Skandale um Datendiebstähle unterstreichen die steigende Tendenz von Angriffen im Cyber-Raum. Wenn kritische Infrastrukturen - d.h. Einrichtungen und Organisationen mit großer Bedeutung für das Gemeinwesen, wie etwa die Energie- und Wasserversorgung, das Gesundheits- oder Verkehrswesen - betroffen sind, können dramatische Folgen eintreten. "Die digitale Vernetzung macht unsere Computersysteme verwundbar. Besondere Aufmerksamkeit muss dem Schutz kritischer Infrastrukturen geschenkt werden", betonte Friedrich.

Kooperation und Informationsaustausch

Das Cyber-Abwehrzentrum steht unter der Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI); direkt beteiligt sind das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Mit der offiziellen Eröffnung sind das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei (BPol), das Zollkriminalamt (ZKA), der Bundesnachrichtendienst (BND) sowie die Bundeswehr als assoziierte Behörden hinzugekommen. "Ziel ist es, die operative Zusammenarbeit der relevanten staatlichen Stellen zu optimieren und die Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegen IT-Vorfälle besser zu koordinieren", beschrieb der Minister die Intention der neuen Einrichtung vor der Presse sowie Vertretern der beteiligten Behörden. Dabei sei es wichtig zu betonen, dass es sich um keine neue Behörde handelt. Die beteiligten Behörden sollen in ihrem Zuständigkeitsbereich von dem gemeinsamen Wissen profitieren.

Prävention, Reaktion, Frühwarnung

Im BSI in Bonn-Mehlem hat die Kernmannschaft von 10 Mitarbeitern ihr Domizil. Gemeinsam mit weiteren Verbindungsbeamten der assoziierten Behörden analysieren die Spezialisten IT-Vorfälle, tauschen Informationen aus, spielen Szenarien durch und geben Handlungsempfehlungen heraus. "Gemeinsam haben die Mitarbeiter, dass sie Erfahrungen mit neuen technischen Bedrohungen haben - auch wenn sie aus unterschiedlichen Behörden kommen", so Friedrich. Fachlich und organisatorisch seien sie eng an die entsendenden Behörden angebunden, blieben zudem deren Mitarbeiter. Damit sei die Bündelung von breitem Fachwissen garantiert. Seinen Besuch nutzte Friedrich auch, um sich die Räumlichkeiten des Abwehrzentrums anzuschauen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich und der Präsident des BSI, Hange + Friedrich und BSI-Chef Hange Quelle: BMI/Undine Schaaf

Beim Schutz der IT-Sicherheit setzt Friedrich auf eine offene und transparente Zusammenarbeit mit den Betreibern kritischer Infrastrukturen und der Wirtschaft. "Auch die Interessen der Wirtschaftsunternehmen, sich vor Kriminalität und Spionage im Cyber-Raum zu schützen, sollen berücksichtigt werden", erläuterte Friedrich den kooperativen Ansatz des Cyber-Abwehrzentrums. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei mit der Eröffnung getan - auch wenn die Entwicklungen im Cyber-Raum dynamische Prozesse seien und somit sicherlich immer wieder nachjustiert werden müsse. "Ich bin davon überzeugt, dass das Cyber-Abwehrzentrum einen wichtigen Beitrag leisten wird, Schäden durch IT-Vorfälle zu verhindern oder zu minimieren", äußerte sich Friedrich zuversichtlich.

Im Anschluss an die Eröffnung des Cyber-Abwehrzentrums stattete Friedrich dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Besuch ab. Gegenstand des Gesprächs mit BSI-Präsident Michael Hange und weiteren Mitarbeitern waren Gefährdungen bei der Nutzung von Mobilkommunikation, der elektronische Personalausweis sowie das Thema Smart Grid, die so genannten intelligenten Stromzähler. Die rund 530 Mitarbeiter des BSI bringen insbesondere als zentraler IT-Sicherheitsdienstleister des Bundes die nationale IT-Sicherheit voran. Mit seinem Angebot wendet sich das BSI aber auch an die Hersteller sowie die privaten und gewerblichen Nutzer und Anbieter von Informationstechnik.

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