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Nachricht 05.11.2010 Studierenden-Wettbewerb 2010

Am 5. November kamen Veranstalter, Juroren und Preisträger sowie weitere Mitwirkende des Studierenden-Wettbewerbs 2010 zur feierlichen Preisverleihung im Bundesinnenministerium zusammen und genossen ein gelungenes Programm, das am Nachmittag sowie am Abend mit weiteren kulturellen Events fortgesetzt wurde. Jubiläum Freiheit und Einheit: Was uns im Inneren zusammenhält - Erinnern, feiern, gedenken - brauchen wir eine demokratische Festkultur? Das Thema - passend gewählt zum Ende des zweijährigen Jubiläumszyklus - hatte 90 Studierende mit 87 Arbeiten dazu inspiriert, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Preise wurden in den Kategorien "Wissenschaftliche Arbeit", "Essay/Reportage" und "Fotografie" verliehen.

Dr. Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, hielt die Festrede + Grußwort Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Christoph Bergner, sprach in seiner Ansprache zu den Studentinnen und Studenten über die Ereignisse der Jahre 1989/1990, über die "erste nachhaltig erfolgreiche Revolution in der deutschen Geschichte", wie er dem jungen Publikum verdeutlichte. Bergner führte weiter aus, zu welchen Errungenschaften die friedliche Revolution von 1989 geführt hat: "So haben wir seit zwanzig Jahren ein Novum in der deutschen Geschichte - ein wirkliches Novum. Wir haben nämlich erstmals dreierlei gleichzeitig: Wir haben eine freiheitliche, demokratische Ordnung, wir sind staatlich geeint, und wir haben nicht nur Frieden mit allen Nachbarn, sondern wir sind von Freunden und Verbündeten umgeben. Das ist uns heute schon so selbstverständlich. Und wir, die wir Kinder in Ihrem Alter haben, wissen, mit welcher Selbstverständlichkeit man in Ihrer Generation über diese Grundtatsachen spricht. Aber ein Blick in die deutsche Geschichte macht deutlich, wie groß der Gewinn ist, den wir im Ergebnis dieser Entwicklung erzielen konnten." Der Staatssekretär berichtete auch von mancher persönlicher Erfahrung, die nunmehr zwanzig Jahre zurückliegt. Bergner bedankte sich bei den Wettbewerbern, gratulierte den Preisträgern und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser Studierendenwettbewerb bei allen Beteiligten Impulse für die politische Kultur setzen möge.

Lutz Rathenow, freier Schriftsteller und Akteur der friedlichen Revolution, gab als Jurymitglied einen Überblick über die eingereichten Arbeiten und eine Begründung für die Entscheidung der Jury. Sein Vortrag - von feinem Humor geistreichen Andeutungen durchdrungen - lobte die prämierten und auch viele weitere der teilnehmenden Arbeiten. Rathenow freute sich über die Mitwirkung von Studierenden aus ganz unterschiedlichen Disziplinen. Er ließ aber auch nicht unerwähnt, dass es nicht in allen Kategorien für einen 1. Preis gereicht habe. Die Jury stelle durchaus hohe Anforderungen an die Qualität der Arbeiten, die ausgezeichnet würden. Dabei käme es ganz und gar nicht auf eine brave, angepasste Darstellungsweise an. Geistreiche Werke seien gefragt. Gern gesehen seien auch und gerade geschickte, kluge Provokationen.

Geistreich gestaltete sich auch eine der Verleihung der Preise nachfolgende Text-Musik-Collage: Prof. Friedhelm Schönfeld, deutscher Jazzmusiker, der die DDR-Jazzszene maßgeblich mitgeprägt hat, hatte bereits zuvor mit seinem Saxophon musikalisch durch die Veranstaltung geführt. Der Musiker lief zu Höchstformen auf, als er im Wechsel mit und passend zu den Kurzvorträgen aus den prämierten Texten, allerlei melancholisch Nachdenkliches, verschmitzt Heiteres und gelegentlich gewollt Klischeehaftes zum besten gab.

Den Gästen wurde im Laufe des Nachmittags und des Abends noch ein umfangreiches Kulturprogramm geboten: Im Deutschen Bundestag hatten sie die Gelegenheit, die Reichstagskuppel und einen Fraktionssaal zu besichtigen. Anschließend folgte eine Führung durch die Ausstellung von Jurymitglied und Fotografin Prof. Barbara Klemm im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und zum Abschluss des Tages eine Führung durch den Außenbereich der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Nachstehend finden Sie detaillierte Informationen zu den Preisträgern in allen Kategorien:

Preise wurden in den Kategorien Wissenschaftliche Arbeit, Essay/Reportage und Fotografie vergeben.

In der Kategorie wissenschaftliche Arbeit vergab die Jury folgende Preise:

Erster Preis: (wurde nicht vergeben)

Zweiter Preis:

Felix Schönherr (Eberhard Karls Universität Tübingen): „Werben für Demokratie - Die Rhetorik einer demokratischen Festkultur“,

Dritter Preis:

Astrid Bötticher (Universität Hamburg): „Was uns im Inneren zusammenhält - Erinnern, feiern, gedenken - Brauchen wir eine demokratische Festkultur?“. 

In der Kategorie Essay/Reportage zeichnete die Jury folgende Arbeiten aus:

Erster Preis:

Sebastian Lande (Universität Freiburg): „Die Friedensfeier -Zur Philosophie einer demokratischen Festkultur“,

Zweiter Preis:

Jakob Christoph Heller (Johannes Gutenberg Universität Mainz): „Die Demokratie feiert sich selbst? Zu den Aporien der Festkultur“,

Dritter Preis (wurde geteilt):

Christoph Pohl (Fachhochschule Stralsund): „In Memorandum“,

und

Dmitry Yatsuk (Hochschule Hof): „Braucht eine Demokratie eine Festkultur?“. 

Mitglieder der Jury für Textbeiträge:

  • Frau Dr. Inka Bach, Schriftstellerin;
  • Frau Franziska Gerstenberg, Autorin,
  • Prof. Dr. Horst Möller, Institut für Zeitgeschichte
  • Frau Gunda Niemann-Stirnemann, Trainerin für Eisschnelllauf
  • Lutz Rathenow, Lyriker und Prosaautor,
  • Michael Sagurna, Staatsminister a.D.
  • Prof. Dr. Andreas Wirsching, Universität Augsburg, Historiker

In der Kategorie Fotografie wurden folgende Preise vergeben:

Erster Preis (wurde nicht vergeben):

Zweiter Preis (wurde geteilt):

Tom-Oliver Schneider (Hochschule Darmstadt) " Hier gibt es nichts mehr zu feiern",

und

Gemeinschaftsarbeit von Philipp Modersohn (Universität der Künste Berlin) und Julian Malte Schindele (FU Berlin): „Zentralgelenk - "fest",

Dritter Preis:

Svetlana Tavits (FU Berlin): „Erinnern, feiern, gedenken - Brauchen wir eine demokratische Festkultur?“.

Der künstlerischen Jury gehörten an:

  • Frau Prof. Barbara Klemm, FH Darmstadt;
  • Herr Prof. Arno Fischer, Schule am Schiffbauer Damm. 

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