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Ausstellung zu innerdeutschen Städtepartnerschaften eröffnet

Im 20. Jubiläumsjahr der deutschen Einheit feiern auch viele Städte in Ost und West einen runden Geburtstag: Nach dem Fall der Mauer ist die Zahl der deutsch-deutschen Städtepartnerschaften rapide angestiegen. Der Beauftragte für die Neuen Bundesländer, Bundesminister Dr. Thomas de Maizière, eröffnete am 9. September im Bremer Rathaus die Ausstellung "Blick/Wechsel": Deutsche-Deutsche Städtepartnerschaften 1986 bis heute". "Die große Zahl der Städtepartnerschaften zeigt, dass sich die Deutschen in Ost und West trotz jahrzehntelanger Trennung und unterschiedlicher Erfahrungen nahe geblieben sind", sagte de Maizière bei seiner Eröffnungsrede.

Die Ausstellung der Freien Hansestadt Bremen reflektiert die Bedeutung innerdeutscher Städtepartnerschaften zur Zeit der Teilung, deren Rolle im Einigungsprozess und ihre Entwicklung bis heute. "Als am 25. April 1986 die erste innerdeutsche Städtepartnerschaft zwischen Eisenhüttenstadt und Saarlouis geschlossen wurde, war dies ein Ereignis von weit mehr als kommunaler Bedeutung", sagte de Maizière in der gut gefüllten Rathaushalle. Der Bundesminister, der gleichzeitig die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen hat, erklärte die unterschiedlichen Absichten von Ost und West: "Im Osten rang man um Anerkennung, im Westen um eine Verbesserung der Begegnungen zwischen den Menschen über die Grenzen hinweg. Dabei stand im Westen das langfristige Ziel der deutschen Einheit stets im Vordergrund." Bis zum Oktober 1989 kamen noch 57 weitere formell vereinbarte Städtepartnerschaften dazu, unter ihnen die Partnerschaft zwischen Bremen und Rostock. Von der SED-Führung wurden diese Beziehungen streng und misstrauisch beäugt. Mit der Friedlichen Revolution wendete sich das Blatt: Eine ganze Welle neuer Partnerschaften rollte durchs Land. Während des Wiedervereinigungsprozesses und beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in Ostdeutschland spielten sie eine bedeutende Rolle."Deutsche in Ost und West haben dabei Großartiges geleistet. Viele Helferinnen und Helfer aus den Städten und Gemeinden der alten Bundesrepublik packten mit ihrem Erfahrungsschatz mit an und leisteten ihren Beitrag zum Gelingen", betonte de Maizière. In den letzten 20 Jahren hat sich die Bedeutung der Städtepartnerschaften gewandelt. Mancherorts wurden die Kontakte weniger. Viele der um 1990 entstandenen Partnerschaften haben sich jedoch über die Jahre erhalten.

Das Konzept der Ausstellung ist innovativ: Auf einem ca. 80 qm großen begehbaren Satellitenbild Deutschland werden 15 ausgewählte innerdeutsche Partnerschaften mit Informationstafeln dokumentiert. Flankierend informieren zehn große Bild- und Texttafeln über den historischen Kontext der deutsch-deutschen Partnerschaften von 1986 bis heute. Die Ausstellung wird noch bis zum 10. Oktober in der Unteren Halle des Bremer Rathauses gezeigt. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und kann von interessierten Kommunen oder Institutionen bei der Freien Hansestadt Bremen ausgeliehen werden.

Die deutsch-deutschen Städtepartnerschaften sind auch Gegenstand des Städtepartnerschafts-Kongress vom 27. bis 28. September 2010 in Berlin. Auf der zweitägigen Konferenz "Deutsch-deutsche Partnerschaften. Städte, Landkreise und Gemeinden als Gestalter der deutschen Einheit" wird Bundesminister de Maizière das Thema mit Wissenschaftlern, Experten, Akteuren und Politikern weiter vertiefen.

Für Bremen steht am 3. Oktober bereits ein neues Highlight an: Die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit werden in diesem Jahr in der Hansestadt ausgetragen.

Datum
10.09.2010
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