Migration und Integration Nachricht 12.03.2010 "Ausgerechnet Deutschland" - Innenminister eröffnet Ausstellung
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Quelle: Jüdisches Museum Frankfurt/Main
Das Interesse an jüdischem Leben in Deutschland ist ungebrochen. Wie groß es ist, zeigte sich bei der Eröffnung der neuen Wechselausstellung "Ausgerechnet Deutschland" des Jüdischen Museums in Frankfurt Main am 11. März. Die Feier wurde kurzfristig in die Frankfurter Paulskirche verlegt, um allen interessierten Gästen einen Platz zu bieten.
Das vom Bundesministerium des Innern geförderte Ausstellungsprojekt beleuchtet, wie die Einwanderung von knapp einer Viertelmillion Juden mit sowjetischem Pass zu Beginn der 1990er Jahre das Judentum in Deutschland verändert hat. Auch die Einwanderer sammelten neue Erfahrungen und wurden durch sie verändert, wie die Ausstellung eindringlich anhand zahlreicher Fotos, Dokumente und Interviews mit den Eingewanderten verdeutlicht.
Die Ausstellung bietet eine spannende Erkundung der Entwicklung bis in die Gegenwart, denn die Integrationsprozess und Neupositionierung der jüdischen Gemeinden, in denen heute überwiegend Russisch gesprochen wird, sind noch lange nicht abgeschlossen.
Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière betonte diesen Aspekt in seiner Eröffnungsrede: "Das jüdische Leben in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf eine Weise verändert, auf die man zu Beginn dieser Entwicklung kaum hat hoffen dürfen. Darüber dürfen wir uns freuen. Neben dieser Freude bleibt aber die große Trauer über den unwiederbringlichen Verlust des deutschen Judentums durch die Shoah."
Vor diesem Hintergrund wird auch der von vielen als Paradoxon betrachtete Vorgang gesehen, warum Juden ausgerechnet in das Land der ehemaligen NS-Täter eingewandert sind. Auf diese Frage und den gesellschaftlichen Umgang mit den Eingewanderten versucht die Ausstellung Antworten zu geben.
Auf die staatliche und gesellschaftliche Verantwortung, die aus der jüngeren deutschen Geschichte erwachsen ist, verwies auch Innenminister de Maizière: "Jede Form von Antisemitismus ist uns Mahnung und Warnung. Der Antisemitismus ist ein Angriff auf das, was für uns als Gemeinwesen am wichtigsten ist: die Würde des Menschen, unsere Werte von Freiheit, Offenheit und Toleranz. Der Antisemitismus ist der nicht hinnehmbare Versuch, unsere freiheitliche-demokratische Ordnung in ihren Grundfesten zu erschüttern. Dagegen erheben wir unsere Stimme. Dagegen kämpfen wir."
Die Ausstellung im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main ist bis zum 25. Juli 2010 zu sehen.





