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Migration und Integration POLITIK UND GESELLSCHAFT Nachricht 12.09.2009 Ge­denk­stein der Dank­bar­keit

"Deutschland hat uns das zweite Leben in der Freiheit geschenkt"
Am 12. September wurde an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen im Rahmen einer feierlichen Zeremonie der Gedenkstein der Dankbarkeit gegenüber dem deutschen Volk und den deutschen Regierungen enthüllt. Eingeladen hatte die "Hamburger Gedenkstein Initiative e. V.", eine von vietnamesischen "Boat People" gegründete Initiative.

Am 12. September wurde an den Landungsbrücken im Hamburger Hafen im Rahmen einer feierlichen Zeremonie der Gedenkstein der Dankbarkeit gegenüber dem deutschen Volk und den deutschen Regierungen enthüllt. Eingeladen hatte die von vietnamesischen "Boat People" gegründete "Hamburger Gedenkstein Initiative e. V.".

Vor 30 Jahren, nachdem nach dem Ende des Vietnamkrieges 1975 das obsiegende Nordvietnam das Land unter kommunistischer Herrschaft vereinigt hatte, flohen viele Vietnamesen vor Repressalien, Hunger und politischem Druck unter lebensbedrohlichen Bedingungen aus ihrer Heimat, um ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung zu finden. In einer beispiellosen Hilfsaktion der Deutschen wurden über 10.000 dieser Flüchtlinge vor dem sicheren Tod im südchinesischen Meer gerettet und in Deutschland aufgenommen, wo sie und ihre Angehörigen eine zweite Heimat gefunden haben. 

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble nahm die Einladung, an der Feierlichkeit teilzunehmen, gern an. In seiner Rede, die auch ein Plädoyer für die Freiheit war, sagte Schäuble: "Die Freiheit ist nur etwas wert, wenn sie sich in der Humanität bewährt." Der Minister wandte sich in erster Linie an die vielen Vietnamesen, die aus allen Teilen des Landes zum Festakt angereist waren und dankte ihnen: "Wenn es ein Beispiel dafür gibt, dass Vielfalt und Integration keine Bedrohung sondern eine Chance sind, dann ist es die Geschichte der Vietnamesen, die damals als Flüchtlinge zu uns gekommen sind und nun bei uns leben. Danke, dass ihr unser Land so bereichert!" 

Dr. Rupert Neudeck hatte vor 30 Jahren von der deutschen Bevölkerung 1,3 Millionen Euro Spendengelder gesammelt und dann die "Cap Anamur" gechartert, die über 10.000 vietnamesische "Boat People" aus ihrer aussichtslos erscheinenden Lage im südchinesischen Meer aufnahm und in Sicherheit brachte. Dr. Ernst Albrecht, der damals Ministerpräsident in Niedersachsen war, hatte mit seiner schnellen unbürokratischen Zusage, 1000 Flüchtlinge aufzunehmen, anderen Ländern als Beispiel gedient. Frau Truc Pham, eine Zeitzeugin, die die beschwerliche Flucht im Alter von drei Jahren antrat, sagte: "Diese für uns so unbekannte Welt sollte von da an auch unsere Welt sein. Heute kann ich voller Stolz sagen, dass in mir zwei Herzen schlagen." 

Auch Dr. Neudeck richtete seinen Dank an das deutsche Volk und betonte: "Es war mein Traum, dass mein Volk an der Spitze der Menschlichkeit steht. Und es ist uns damals gelungen."

Die vietnamesischen Gastgeber boten ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Musik und Tanz. Es war ein vorrangig fröhliches Fest, doch man versäumte es auch nicht, der Menschen zu gedenken, die vor 30 Jahren auf der Flucht ihr Leben ließen. Die Veranstaltung zeigte mehr als deutlich: Humanität und Menschlichkeit bereichern die Hilfsbedürftigen wie die Helfenden. Integration kann eine Erfolgsgeschichte sein. Thomas H. Nguyen, Vorsitzender der Hamburger Gedenkstein Initiative e. V., richtete sich mit folgenden bewegenden Worten an das deutsche Volk: "Deutschland hat uns das zweite Leben in der Freiheit, in der Demokratie und in der Menschlichkeit geschenkt."

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