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Nachricht 25.05.2009 Bot­schaf­ter für De­mo­kra­tie und To­le­ranz aus­ge­zeich­net

Im Rahmen einer Festveranstaltung ehrte das "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt" (BfDT) in Berlin Personen und Initiativen, die im besonderen Maße für gesellschaftliches Engagement und Zivilcourage stehen.

Zum neunten Mal ehrte das von der Bundesregierung gegründete „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt“ (BfDT) Personen und Initiativen, die im besonderen Maße für gesellschaftliches Engagement und Zivilcourage stehen.

Zum Abschluss des vom BfDT veranstalteten Jugendkongresses "Deutschland in bester Verfassung?!" wurden am Sonntag, den 24. Mai 2009, fünf "Botschafter für Demokratie und Toleranz" ausgezeichnet. Im Rahmen einer Festveranstaltung im Berliner "Haus der Kulturen der Welt" überreichten Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries die Urkunden der mit jeweils 5.000 Euro dotierten Auszeichnung an die Preisträger:

  • Isaak Behar (Berlin), Gemeindeältester der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, wurde 1923 in Berlin geboren. Er überlebte die NS-Zeit und den Holocaust im Versteck. Seit fast 20 Jahren erzählt er in zahlreichen Gesprächen mit Schülern, Polizei-Auszubildenden oder Bundeswehrrekruten von dieser Zeit.
  • Gerd Liesegang (Berlin) hat sich nicht allein in seiner Funktion als ehrenamtlicher Vizepräsident des Berliner Fußball-Verbandes, sondern vor allem mit seinen zahlreichen sozialen Aktivitäten weit über die Grenzen Berlins hinaus einen Namen gemacht. Besonders liegen ihm die Themenbereiche Gewaltprävention, Fairplay, Integration und die Arbeit gegen Rassismus am Herzen.
  • Freya Klier (Berlin) war seit Anfang der 1980er Jahre Freya Klier in der DDR-Friedensbewegung aktiv, was 1985 zu einem Berufsverbot führte. Im Jahre 1987 kritisierte Freya Klier zusammen mit ihrem Ehemann Stephan Krawczyk in einem offenen Brief den gesellschaftlichen Zustand der DDR und forderte Reformen. Das Ehepaar wurde vom Ministerium für Staatssicherheit verhaftet. Um den angedrohten jahrelangen Gefängnisstrafen zu entgehen, entschlossen sich Klier und Krawczyk, die DDR zu verlassen. Besondere Verdienste hat sie sich in der Aufklärung von Schülern über die DDR-Vergangenheit erworben: Einmal im Monat besucht sie Schulen in Ost und West und erklärt, was eine Diktatur ist, was in der DDR nach dem Mauerbau geschah und wie viele Menschen aus dem Land geflohen sind.
  • Sebastian Ramnitz (Vechta) ist 22 Jahre alt und der ehrenamtlich tätige Gründer des Vereins ContRa. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche gegen Rechtsextremismus zu mobilisieren. ContRa e.V. besteht aus Jugendlichen im Alter von 13 bis 25 Jahren, die Informationsbroschüren erstellen und Informationsstände an Schulen und bei Konzerten sowie Filmvorführungen organisieren. Darüber hinaus leistet der Verein Aufklärungsarbeit in Form von Vorträgen – beispielsweise zum Thema des Ausstiegs aus der rechten Szene. 
  • Die Roma-Gadje-Initiative – Dialog durch Freiwilligendienst (Hannover) hat sich zum Ziel gesetzt, den Dialog zwischen Sinti, Roma und Nicht-Roma ("Gadje") zu fördern. In Form von Freiwilligendiensten soll die Situation von Roma in Europa verbessert und das Bewusstsein für ihre Lebenssituation geschärft werden, die immer noch von Ausgrenzung und Diskriminierung geprägt ist.

Im Rahmenprogramm der Preisverleihung kam es zu engagierten Diskussionen zwischen den Politikern und den Teilnehmern des Jugendkongresses. Ein bewegender Moment war die Preisverleihung an Isaak Behar. Schäuble: "Es ist gut, dass Sie immer wieder erzählen, dass Sie dabei nicht böse wurden und helfen, den Anfängen zu wehren." Behar zeigte sich von der Ehrung tief berührt: "Der heutige Tag ist – ohne die anderen Auszeichnungen herabzuwürdigen, die ich bisher erhalten habe – die größte Auszeichnung. Vielleicht war es nicht vergebens, in Deutschland geblieben zu sein."

 

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