THW Nachricht 05.07.2011 Erdbeben auf Haiti: THW leistet 18 Monate humanitäre Hilfe
+ Trinkwasseraufbereitungsanlage
Quelle: THW
Hunderttausende Tote, Verletzte und mehr als eine Millionen Obdachlose: die Bilanz des Erdbebens, das den karibischen Inselstaat Haiti am 12. Januar 2010 traf, ist erschütternd. Einen Tag nach dem Erdbeben startete ein erstes vierköpfiges THW-Team im Auftrag der Bundesregierung nach Haiti, um die Lage im Erdbebengebiet zu erkunden. Weitere Einsatzkräfte des THW folgten, denn Hilfe wurde dringend benötigt. Insbesondere sauberes Wasser war in den stark zerstörten Städten Port-au-Prince und Léogâne Mangelware.
Schon kurz nach Entsendung des Erkundungsteams flogen weitere THW-Kräfte ins Erdbebengebiet. THW-Logistikexperten unterstützten das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in Santo Domingo (Dominikanische Republik) beim Transport von Hilfsgütern für die notleidende Bevölkerung. Weitere Kräfte der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) versorgten die Menschen mit lebensnotwendigem, sauberen Trinkwasser. Mit ihren Trinkwasseraufbereitungsanlagen säuberten die THW-Experten rund 400.000 Liter Wasser am Tag und verteilten es an die Bevölkerung.
+ fröhlich spielende Kinder
Quelle: THW
Nach Abschluss der Soforthilfe startete das THW langfristige Hilfsprojekte im Auftrag des Amtes für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO). Gemeinsam mit lokalen Arbeitskräften befestigte das THW Unterkünfte und Wege in mehr als 50 Notlagern. Sie legten Drainagen an und sicherten die Camps so gegen die nahe Regenzeit und heraufziehende tropische Wirbelstürme. Nach Ausbruch der Cholera stellte das THW, gemeinsam mit Malteser International, mobile Einheiten auf, die mit Desinfektionen, Aufklärungsfilmen und der Einweisung in den richtigen Umgang mit Hygiene gegen die Cholera vorgingen. Das gemeinsame Projekt wurde durch das Auswärtige Amt finanziert.
Bei seinen Projekten setzte das THW durchweg auf die Einbindung der lokalen Bevölkerung. Zum einen für eine erhöhte Akzeptanz der Hilfsmaßnahmen, zum anderen ermöglichte der gezahlte Lohn den Arbeitskräften die Versorgung ihrer Familien und stärkte die lokale Wirtschaft. Die ausgebildeten Mitarbeiter sind nach Ende des THW-Einsatzes zudem in der Lage, weiterhin sauberes Trinkwasser zu produzieren und die Lebenssituation in den Notlagern zu verbessern.
"Nach nunmehr eineinhalb Jahren haben wir unsere Hilfsmaßnahmen in Haiti abgeschlossen. In den Bereichen der Nothilfe, der Katastrophenvorsorge und der Ausbildung lokaler Mitarbeiter hat das THW einen wichtigen Beitrag geleistet"
, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme zum Abschluss der THW-Projektarbeit für Haiti in Bonn.
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