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Sicherheit Terrorismusbekämpfung Interview 13.04.2017 "Ich wer­de mich mit dem Ter­ror nicht ab­fin­den."

BILD / 13.04.2017 (das Interview führte: Franz Solms-Laubach)
Ein Interview mit Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière über Sicherheit für Fans, Spieler und Stadien

Paris, Hannover und jetzt auch noch Dortmund – warum geraten immer wieder Fußballspiele ins Visier von Terroristen?

Die Hintergründe des Anschlags von Dortmund müssen jetzt mit Hochdruck aufgeklärt, die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Die Ermittlungen sind beim Generalbundesanwalt und beim BKA in guten Händen.

Grundsätzlich wollen Terroristen Angst und Schrecken in unsere Gemeinschaft tragen. Sie wollen, dass wir unsere liebgewonnenen Lebensgewohnheiten ändern. Entscheidend ist, dass wir all das nicht zulassen, sondern stolz uns selbstbewusst unser Leben leben.

War es denn richtig, das BVB-Spiel  – ohne Hintergründe zu kennen – direkt nachzuholen?

Ja. Selbstverständlich müssen wir aufmerksam sein und selbstverständlich müssen die Sicherheitsbehörden sehr genau hinschauen und hinhören, ob es Erkenntnisse zu konkreten Planungen gibt und dann auch die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Wir dürfen aber nicht den Fehler machen und uns einschüchtern lassen. Dann hätten Terroristen schon gewonnen. Ich selbst habe daher und als Zeichen der Solidarität mit dem BVB das Spiel im Stadion verfolgt.

Wie wollen Sie Fans, Spieler und Stadien künftig besser schützen?

Die Polizistinnen und Polizisten vor Ort machen einen guten Job. Wochenende für Wochenende sorgen sie mit ihrem Einsatz dafür, dass Fußballspiele im ganzen Land überhaupt stattfinden können. Dafür gilt ihnen mein Dank.

Was die Situation im und um das Stadion anbetrifft, so sind die Länder inengem Kontakt mit den Vereinen und der DFL, um gemeinsam für Sicherheit zu sorgen. Ebenso klar wie bitter ist aber auch: Absolute Sicherheit kann es nicht geben.

Erwarten Sie von den Clubs mehr finanzielles Engagement beim Thema Sicherheit?

Es ist heute sicher nicht der Tag, die grundsätzlichen Fragen der Aufgabenverteilung zwischen Vereinen, der DFL und den Ländern zu diskutieren. Das, was am Dienstagabend in Dortmund passiert ist, hätte der BVB jedenfalls nicht verhindern können. Richtig ist: Alle Beteiligten tragen hier ihren Teil der Verantwortung und das sollte auch zukünftig so bleiben.

Müssen wir nach Ansbach, Würzburg, Berlin und jetzt Dortmund mit Anschlägen leben lernen?

Zunächst bin ich sehr dankbar für die souveräne Reaktion der Verantwortlichen und der Fans von Dortmund und Monaco am Dienstagabend. Ich werde mich aber nicht damit abfinden, dass wir mögliche weitere Anschläge einfach hinnehmen. Ich setze mich dafür ein, dass die Behörden so gut wie möglich aufgestellt sind, um weitere Anschläge zu verhindern.

So bitter das auch ist, ausschließen lassen sich weitere Anschläge nicht. Wir sollten aber damit leben lernen, dass es vernünftige und angemessene Sicherheitsvorkehrungen gibt, die zwar im einen oder anderen Fall eine gewisse Einschränkung bedeuten können, aber für unser aller Sicherheit geboten sind.

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