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"Wir werden Tacheles reden"

Interview mit Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich am 02.02.2012 in der Süddeuschen Zeitung
Datum
02.02.2012

Herr Friedrich, Sie haben sich kürzlich in Ihrer Antrittsrede beim Deutschen Olympischen Sportbund herzlich für die Aufnahme in die „Sportfamilie“ bedankt. Haben Sie als Bundesinnenminister auch eine Polizei-Familie und eine Verfassungsschutz-Familie?

Der Sport bewegt sich ja außerhalb staatlicher Strukturen. Und bei aller Verschiedenheit von Persönlichkeiten und Disziplinen fühlt man sich als Sportler eben wie in einer Familie. Dass man einen Politiker dann mit der gleichen Herzlichkeit empfängt, ist schon etwas Besonderes. Das ging gleich an meinem ersten Arbeitstag los, ich war ein paar Stunden im Amt, da bin ich schon in Sachen Olympiabewerbung nach München geflogen. Die Herzlichkeit, mit der da zum Beispiel Franz Beckenbauer auf mich zukam, war überwältigend.

Entspricht die Sportfamilie dem klassischen Familienbild der CSU?

Ich glaube, die Sportfamilie hat ein sehr vorbildhaftes Gemeinschaftsgefühl. Hier gibt es eine gemeinsame Leidenschaft und gemeinsame Werte. Diese Verbundenheit über die Disziplinen, Generationen und Unterschiede hinweg, die ist spürbar.

Alle halten zusammen und die Probleme werden intern geregelt. Das entspricht eher dem Klischee der süditalienischen Großfamilie.

Die Probleme in der Familie selbst zu lösen, statt mit den Nachbarn zu streiten, ist immer noch am besten.

Trotz Schuldenbremse fördert der Bund den Spitzensport auch 2012 mit etwa 132 Millionen Euro. Überall wird gespart, nur nicht bei den Medaillen?

Es ist uns gelungen, den Sportetat bei einem sonst schrumpfenden Haushalt nicht wesentlich zu kürzen. Wir sind eine der führenden Sportnationen, diesen Titel wollen wir verteidigen, auch wenn die Wettbewerbssituation im Kampf um Spitzenplätze immer schwerer wird.

Jüngsten Äußerungen des DOSBPräsidenten Thomas Bach konnte man aber schon entnehmen, dass der Sport gerne noch ein bisschen mehr Geld hätte, um sich im verschärften Wettbewerb zu behaupten. Darf er in dieser Sache mal bei Ihnen vorstellig werden?

Eines ist ganz klar: Wie in allen Bereichen, wo wir Steuergelder ausgeben, müssen wir auch im Sport zuerst fragen, wie wir die vorhandenen Mittel innerhalb der bestehenden Strukturen effizienter einsetzen können. Ich kann nicht wesentlich mehr Geld in Aussicht stellen. Anders als früher fragt der Finanzminister heute nicht mehr bei den Ministerien an: Was braucht ihr? Sondern er stellt einen Topf zur Verfügung und sagt: Das ist es!

Ein Sportziel, das auch Sie als Minister proklamieren, ist die Verteidigung des fünften Platzes im Medaillenspiegel bei den Olympischen Spielen im Sommer. Ändert sich Ihr Gestaltungsspielraum, wenn die deutschen Sportler in London nur Neunter werden?

Eine Rechnung nach dem Motto „je mehr Subventionen, desto mehr Medaillen“ geht sicher nicht auf. Aberwir müssen realistisch bleiben: Zwischen dem fünften und dem neunten Platz liegen manchmal nur zwei, drei Goldmedaillen. Sport ist auch, wenn die anderen mal besser sind.

Warum muss der moderne Staat seine Leistungsfähigkeit überhaupt noch über Sporterfolge beweisen? Der Kalte Krieg ist doch vorbei.

Auch heutzutage ist es positiv für ein Land, jemanden zu haben, der viele Tore schießt, der weit springen kann oder schnell Bob fährt. Das ist der Werbeeffekt nach außen. Der andere und ebenso wichtige Aspekt ist, dass wir mit dem Leistungssport einen wichtigen Impuls nach innen geben, in den Breitensport, in die Gesellschaft hinein. Ich glaube, es gibt nichts, was so integrierend wirkt wie zusammen Sport zu treiben. Je mehr es uns gelingt, Sport in der Gemeinschaft zu fördern, umso besser sind auch die Auswirkungen für die Gesellschaft.

Überspitzt formuliert: Das Geld, das der Staat in den Spitzensport steckt, spart er bei Gesundheitskosten und Polizei- Einsätzen wieder ein?

Der Spitzensport wirkt in die Gesellschaft, besonders in die Jugend hinein,mit vielen positiven Folgen. Gerade für Prävention und Gesundheit.

Viele junge Sportler müssen sich irgendwann entscheiden, ob sie es im Spitzensport versuchen oder ob Schule, Ausbildung und Studium Vorrang haben. Was ist für den Staat wertvoller: Wenn einer Medizin studiert und später Landarzt wird, oder wenn er alles daran setzt, den Speer weiter zu werfen?

Wir sollten uns an das Prinzip halten, dass jeder in seinen Talenten und seinen Interessen optimal gefördert wird. Wenn dann jemand für Speerwerfen eine besondere Leidenschaft verspürt, ist es ohne weiteres vertretbar, wenn er mit einigen Jahren Verspätung seine Tätigkeit als Landarzt aufnimmt. Aber wichtig ist, dass wir den jungen Menschen dann auch eine Perspektive bieten. Es ist nicht gut, sie zu Höchstleistungen für das Land anzutreiben und dann zu sagen: So, jetzt hast du deine Schuldigkeit getan. Aber auch dieser Verantwortung stellen wir uns.

Können Sie persönlich sich von einer Leistungsschau wie den Olympischen Spielen als Zuschauer begeistern lassen? Haben Sie da noch eine gewisse Unbeschwertheit, oder stellen Sie sich als Sportminister auch immer gleich die Frage nach dem Sein und dem Schein?

Ich gehe optimistisch und positiv an die Dinge heran. Insofern sage ich nicht gleich, da stimmt was nicht, wenn einer besonders gut ist. Ich finde, auch beim Sport muss man ein gewisses Grundvertrauen haben, sonst macht das alles keinen Spaß mehr. Aber bei aller Begeisterung über Medaillen: Natürlich dürfen wir es nicht zulassen, dass sich die Sportler mit Doping für ihren Sport ruinieren. Und wir können nicht akzeptieren, dass diejenigen, die damit Leidenschaft ganz ohne medizinische Nachhilfe trainieren, am Schluss durch Doping um ihre Erfolge betrogen werden. Aber ich lasse mir nicht von vornherein die Begeisterung nehmen.

Sie haben sich selbst einmal als „unendlich konfliktbereit“ beschrieben. In den kommenden Wochen wird wieder um die finanzielle Ausstattung der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada gerungen. Da werden Sie ihre Konfliktbereitschaft brauchen.

Man muss eines sehen: Wenn ich nicht an anderer Stelle für den Sport etwas kürzen soll, dann bin ich mit dem, was wir der Nada in den vergangenen Jahren zur Verfügung gestellt haben, an der Grenze angekommen. Das sind elf Millionen Euro allein für das Stiftungskapital, und rund eine Million zahlen wir bisher jährlich für den laufenden Etat. Ich finde, dass andere, die auch ein Interesse an sauberem Sport haben, sich jetzt mit in der Verantwortung fühlen und solidarisch zeigen müssen.

Andere, . . .

. . . das ist die Wirtschaft, das sind die Länder, das sind die Sportorganisationen. Ende Februar werde ich das Thema mit ihnen allen an einem Runden Tisch besprechen. Und dann schau’n mer mal. Ich hoffe nicht, dass ich da grantig werden muss (lacht).

Sie sagen aber auch, man müsse jetzt mal Tacheles reden. Bitteschön!

Tacheles werden wir reden. Aber das machen wir am Runden Tisch. Mir kommt es vor allem darauf an, dass wir die Dopingbekämpfung und die Nada voranbringen. Ich bitte umIhr Verständnis, dass ich hier keine Einzelheiten vorwegnehmen möchte.

Welche Firmen meinen Sie konkret mit „die Wirtschaft“?

All diejenigen, die auch mit der Sauberkeit und der Fairness des Sports ihr Geld verdienen.

Das Argument, jetzt müsse auch die Wirtschaft mal was beisteuern, ist ja nicht neu. Wie können Sie da den Druck erhöhen? Indem Sie zuspitzen und sagen: DKB, Red Bull, Bitburger, Allianz, euch sehe ich jeden Tag imSportfernsehen auf Werbebanden, von euch will ich jetzt auch mal Geld sehen für die Dopingbekämpfung?

Vielleicht kann man auch positive Anreize setzen. Vielleicht muss man aber auch den Sportverbänden und Klubs sagen: Freunde, von eurem Sponsorengeld muss auch etwas in die Sicherung der Sauberkeit des Sports fließen.

Wie es um die Finanzen der Nada bestellt ist, sieht man gerade an der Affäre um einen Erfurter Sportmediziner. 30 Sportler sollen sich bei ihm einer nicht erlaubten UV-Blut-Behandlung unterzogen haben. Die Nada hat jetzt fast ein Jahr gebraucht, um die ersten zwei Fälle vor das Sportschiedsgericht zu bringen.

Inwieweit in dem konkreten Fall mehr Mittel zu erheblich schnelleren oder mehr Verfahren bei der Nada geführt hätten, kann ich im Moment noch nicht abschließend beurteilen. Ich glaube eher nicht, denn in einem Rechtsstaat – auch bei der Nada – erfordern ordnungsgemäße Verfahren eben eine gewisse Zeit.

Auch der Name der Olympiasiegerin und Sportpolizistin Claudia Pechstein wird im Zusammenhang mit der Affäre genannt. Ist das für Sie nicht besonders irritierend: Sie als Pechsteins oberster Dienstherr haben ihr nach Ablauf ihrer jüngsten Dopingsperre unbezahlten Sonderurlaub gewährt, damit sie wieder trainieren kann.

Ich kenne die Meldungen, aber Sie werden verstehen, dass ich mich vor Abschluss der straf- und sportrechtlichen Aufarbeitung nicht zu Einzelheiten des Vorgangs äußern werde, schon gar nicht zu konkreten Personen. Das käme einer Vorverurteilung gleich.

Ein weiteres großes Sport-Thema Ihrer Amtszeit ist die gescheiterte Olympia- Bewerbung von München 2018. Sie selber sagten vorigen Sommer kurz vor der Vergabe in Durban, dass Sie mit einem „guten Gefühl“ dorthin reisen würden. Auf welche Informationen hat sich dieses gute Gefühl gestützt?

Das war keineswegs nur Zweckoptimismus: Das gute Gefühl war dadurch begründet, dass unsere Bewerbung – und das sehe ich heute noch so – für sich genommen perfekt war. Es gab daran eigentlich nichts zu verbessern. Dass das Drumherum der Entscheidungsfindung dann komplexer war – nun gut . . .

Was diese Gesetzmäßigkeiten angeht, sind ja die Vertreter des Sports, allen voran der IOC-Vize Thomas Bach, deutlich näher dran als Sie. Fühlten Sie sich im Nachhinein richtig informiert?

Wir haben uns eben gegenseitig Mut gemacht. Wichtig war, dass wir mit allem Engagement an diese Sache rangegangen sind.

So haben Sie eben erst nachher erfahren, dass München im Grunde nie eine Chance hatte.

Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt: Hatten wir überhaupt die Möglichkeit zu gewinnen? Ich habe mich damit getröstet, dass wir verdammt viel aufgeholt haben . . .

. . . was sich im Wahlergebnis von 25:63 Stimmen gegenüber Pyeongchang nur bedingt niedergeschlagen hat.

Das war dann die eigentlich schlimme Erkenntnis: Offenbar haben wir nur in der Sympathie, nicht in der Entschlossenheit der IOC-Mitglieder aufgeholt.

Sie haben sich dann für einen neuen Versuch im Jahr 2022 ausgesprochen.

Für mich war es naheliegend zu sagen: Es ist jetzt ja alles fertig, alles gerichtet – da könnte man doch den Schwung mitnehmen. Andere haben auch drei Anläufe gebraucht. Aber ich habe auch immer deutlich gemacht: Das müssen die Akteure im Sport einschätzen und entscheiden.

Die Sportfunktionäre haben dann im Dezember auf der DOSB-Mitgliederversammlung die Beschlussvorlage abgesegnet, nach Lage der Dinge von einer Bewerbung für 2022 abzusehen.

Ja, und die Autonomie des Sports bringt es mit sich, dass dieser Beschluss großes Gewicht hat.

Wenn sich die Kanzlerin, der Bundespräsident, der Innenminister für eine solche Bewerbung starkmachen, könnte die Politik da jetzt nicht mit Recht einwenden: Wir möchten dieses Welt-Ereignis in Deutschland aber gerne haben!

Die Vergabe erfolgt ja auch durch ein Gremium des Sports, durch das IOC. Deshalb ist es bisher nicht üblich, dass der Staat dem Sport die Frage der Bewerbung abnimmt oder vorgibt. Daran sollte man sich auch in Zukunft halten, denn wie wollen Sie Olympische Spiele gegen den Willen des Sports organisieren? Entscheidungen haben immer ihre Zeit, undOlympische Spiele sind ein Gesamtpaket, das keineswegs nur vom Willen des Bundes abhängt.

Ein Argument für den Verzicht ist, dass heute niemand weiß, welche Parteien zum Zeitpunkt der Bewerbung regieren werden. Kommen nicht bei vielen langfristigen Projekten Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen dazwischen?

Sicher kann man solche Entscheidungen unterschiedlich abwägen. Aber derjenige, der am Schluss die Entscheidung trifft, ist nicht allein der Bund. Olympia ist in Deutschland keine Staatsveranstaltung.

Kennen Sie die These, wonach es dem mutmaßlichen Präsidentschaftsbewerber Thomas Bach bei den IOC-Wahlen 2013 gut in den Kram passt, keine deutsche Spiele-Bewerbung an der Backe zu haben?

Ach, Gerüchte gibt es viele. Aber ich habe da keine Erkenntnisse oder Anlass zu Kommentierungen.

Wäre es für Sie denn imnationalen Interesse, wenn der nächste IOC-Präsident ein Deutscher wäre?

Es ist doch für jedes Land schöner, wenn es den IOC-Präsident stellt, als wenn nicht.

In Frankreich gibt es sogar ein extra Budget, um Sportfunktionäre in ihren Wahlkämpfen zu unterstützen.

(lacht) Solche Traditionen kennen wir in Deutschland nicht.

Wenn Sie auf ein Land wie Katar blicken, das Anstalten macht, sich jedes Sportereignis der Welt in den nächsten 20 Jahren zu sichern: Gerät man mit einer defensiven Haltung, wie Sie sie vertreten, ins Hintertreffen?

Die Katarer schütten auch Inseln auf und bauen Häuser drauf, das machen wir ja auch nicht. Wir sind in Deutschland immer gut mit dem Subsidiaritätsgedanken gefahren: Wir verlagern Entscheidungen so weit wie möglich in den gesellschaftlichen Bereich hinein. Wir unterstützen die Dinge, wenn es darauf ankommt, auch finanziell. Aber unsere Budgets sind nicht unendlich.

Wenn Sie etwa die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar sehen: Ist es Ihnen – gerade als jemand, der Recht und Gesetz vertritt – nicht suspekt, welche Milliardenbeträge im Weltsport hin- und hergeschoben werden, ohne Kontrolle?

Ich finde in der Tat, dass es hie und da zu Übertreibungen kommt. Und ich glaube, dass man nicht ewig so weitermachen kann. Es kann nicht sein, dass solche Veranstaltungen nur noch möglich sind, wenn gigantische Summen
dahinterstecken, sei es nun Staats- oder sei es Sponsorengeld. Wenn Sportgroßereignisse nur noch in einem kleinen Kreis sehr, sehr reicher . . .

. . . oder sehr, sehr korrupter . . .

. . . Länder möglich sind, dann entspricht das sicher nicht der Idee von sportlicher Fairness. Dasmüssenwir international diskutieren. Mit irrsinnigen Geldbeträgen eine Olympiastadt in die Berge zu bauen, ein ganzes Land zu verschulden, und in drei Jahren kommen dann die Bäumchen aus den Tribünen – das ist keine gute Entwicklung.

Wird das auch ein Thema sein bei der Welt-Sportministerkonferenz, die 2013 in Berlin stattfinden wird?

Noch sindwir in der Bewerbungsphase, aber das ist mir ganz klar ein Anliegen.

Sie sagten auch: Ziel dieser Veranstaltung mit 140 Sportministern müsse sein, die Maßstäbe der deutschen Sportpolitik in die Welt zu tragen.

Wenn man glaubt, Maßstäbe zu haben, die langfristig tragfähig sind – warum sollte man sie nicht wenigstens zur Diskussion stellen?

Zum Zustand der deutschen Sportpolitik fällt gerade auf, dass der Bundestags- Sportausschuss mit fragwürdigen Reisen nach Katar oder Brasilien Schlagzeilen macht und die Öffentlichkeit von seinen Sitzungen ausgeschlossen hat.

Das kann ich nicht kommentieren, die Bundesregierung hat sich rauszuhalten aus den Entscheidungen des Parlaments. Aber ich glaube, dass eine kritische Pressebegleitung auch in der Sportpolitik weltweit nützlich ist.

Wie steht es denn um Ihre eigenen Ambitionen als Marathonläufer?

Ach, vorerst aufgegeben! Ein Jammer . . . Sind Sie schon mal 42 Kilometer gelaufen?

Über mehrere Wochen verteilt bestimmt.

Bei so einem Marathon anzukommen, das hat was. Als ich meinen ersten gelaufen bin, in Frankfurt, habe ich vorher keinem was gesagt, weil ich dachte: Du musst sicher aufgeben. Oder du brauchst sechs Stunden. Beides peinlich. Ich habe es in knapp unter fünf Stunden geschafft, das war schon ein gutes Gefühl. Ich werde in meinem Leben mindestens noch einen Marathon laufen, ich kann nur noch nicht sagen, wann. Aber ich habe jetzt etwas anderes gemacht: Ich trinke seit Silvester keinen Alkohol.

Als Politiker aus Bayern!

Damit schaffe ich mir ein körperliches Grundwohlbefinden, und auf der Basis werde ich dann irgendwann wieder trainieren.

Kann man in Berlin gut joggen?

Als Innenminister ist das wirklich schwierig. Ich bin eher ein Nachtmensch. Aber ich kann ja meinen Personenschützern nicht um Mitternacht sagen: Also, Jungs, ich habe gerade die letzten Akten gelesen, jetzt laufen wir noch ein bisschen! Sonst wird es bei denen vier Uhr früh, bis die zu Hause sind. Als Abgeordneter bin ich früher oft um elf aus dem Büro, heim, habe mich umgezogen – und bin noch gelaufen. Das geht jetzt nicht mehr. Auch am Wochenende nicht, auch da habe ich jetzt immer Termine, Empfänge, da muss ich hin. Aber die zwei Weißbier, die man dort trinkt – wenigstens die spare ich mir jetzt.

(Das Interview führten Claudio Catuogno und Boris Herrmann.)


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