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INTERVIEW Interview 01.04.2010 "Den eigenen Horizont erweitern"

Interview mit Polizeikommissar Mako Mujanovic, Landespolizei Niedersachsen, deutscher Polizeiausbilder in Afghanistan
Datum
01.04.2010

Seit wann sind Sie als Polizeiausbilder in Afghanistan, und was sind Ihre Aufgaben hier?

Ich bin seit Juli 2009 in Afghanistan, Mazar-e-Sharif und habe als Polizeiausbilder angefangen. Dann habe ich in eine Jahresverwendung als Koordinator für das Trainingscenter gewechselt. Während der ersten Zeit als Polizeiausbilder habe ich den afghanischen Polizeianwärtern verschiedene polizeiliche Ausbildungsinhalte nahe gebracht, sie weitergebildet und ihnen unsere Motivation und Ziele in und für Afghanistan dargelegt. In der neuen Verwendung ist es meine Aufgabe sicherzustellen, die Abläufe im deutschen Trainingscenter zu koordinieren.

Was hat Sie dazu motiviert, am Hindukusch afghanische Polizisten auszubilden?

Ich bin seit ungefähr 17 Jahren in meinem Beruf und wollte mal etwas anderes machen. Hierbei bieten Auslandseinsätze natürlich sehr interessante Betätigungsfelder, die den eigenen Horizont deutlich erweitern. Dies gilt im Besonderen für Afghanistan, da man dort direkt mit den afghanischen Polizeirekruten arbeiten kann. In vielen Missionen macht man hauptsächlich Monitoring. Ich wollte direkt am Mann arbeiten und nicht nur die Tätigkeit vor Ort überwachen. Diese Chance hat man in Afghanistan.

Wie angesehen sind die Deutschen hier in Afghanistan? Schätzt auch die Bevölkerung Ihre Arbeit?

Die Deutschen genießen in Afghanistan ein hohes Ansehen, weil die Afghanen merken, dass wir kommen und ihnen Ehrlichkeit vermitteln – eine vernünftige Basis für die Ausbildung. Für uns ist wichtig, dass unsere Ausbildung eine Nachhaltigkeit hat. Das kontrollieren wir auch. Und ich glaube, die Deutschen gehen mit den Afghanen mit sehr viel Respekt um. Wir respektieren deren Kultur, deren Grenzen und benehmen uns in ihrem Land als Gäste. Ich habe den Eindruck, die Afghanen sehen, dass die Deutschen gute Arbeit machen und vor allem auch motiviert und interessiert sind. Dazu kommt ein Weiteres: Die deutsch-afghanische Verbundenheit ist ja nun schon historisch gewachsen. Es gibt viele Afghanen, die in der ehemaligen DDR und auch in der alten Bundesrepublik Deutschland ausgebildet wurden. Und jetzt sind wir hier und helfen.

(Die Fragen stellte Maren Göre.)