Linksextremismus

Linksextremismus zielt auf eine Überwindung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung, die als Kapitalismus und bürgerliche Gesellschaft bezeichnet wird, und auf die Errichtung eines herrschaftsfreien oder kommunistischen Systems. Die folgenden Merkmale, die jedoch nicht notwendigerweise zusammen auftreten, sind charakteristisch:

  • ein Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus als "wissenschaftlicher" Anleitung zum Handeln; daneben, je nach Ausprägung der Partei oder Gruppierung ein Rückgriff auf weitere Ideologien wie z.B. Stalinismus, Trotzkismus, Maoismus, Anarchismus;
  • ein Bekenntnis zur sozialistischen oder kommunistischen Transformation der Gesellschaft mittels eines revolutionären Umsturzes oder langfristiger revolutionärer Veränderungen;
  • ein Bekenntnis zur Diktatur des Proletariats (als staatlicher Übergangsform) oder zu einer herrschaftsfreien (anarchistischen) Gesellschaft;
  • ein Bekenntnis zur revolutionären Gewalt als bevorzugter oder je nach konkreten Bedingungen tatsächlich einzusetzender Kampfform.

Ideengeschichtlich lassen sich linksextremistische Bestrebungen grob in zwei Hauptströmungen einteilen:

  • Revolutionäre Marxisten, deren Kritik am ökonomischen System der Bundesrepublik als dem gesellschaftlichen Überbau ansetzt und die eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaft anstreben.
  • Autonome/Anarchisten und sonstige Sozialrevolutionäre, die die bestehende staatliche Ordnung als primären Ansatzpunkt sehen und ein herrschaftsfreies, selbstbestimmtes Leben unter Ablehnung jeglicher gesellschaftlicher Normen anstreben.