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Sport Internationale Sportpolitik Artikel Sport auf EU-Ebe­ne

Die Bundesregierung hat sich immer dafür eingesetzt, dem Sport auf EU-Ebene einen angemessenen Stellenwert zu geben.

Sportpolitik auf EU-Ebene

Mit dem Inkrafttreten des Vertragswerks von Lissabon am 1. Dezember 2009 hat die Europäische Union (EU) erstmals eine eigene Kompetenz für den Bereich Sport erhalten. Gemäß Artikel 165 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) kommt ihr die Aufgabe zu, die europäische Dimension des Sports zu fördern und dabei dessen besondere Merkmale, dessen auf freiwilligem Engagement basierende Strukturen sowie dessen soziale und pädagogische Funktion zu berücksichtigen. Diese Unterstützungskompetenz der EU schränkt allerdings die Zuständigkeit der EU-Mitgliedstaaten für den Sport nicht ein.

Die EU hat bislang von ihrer Unterstützungskompetenz auf verschiedene Weise Gebrauch gemacht (siehe weiter unten).

In den EU-Gremien, die für die Erarbeitung, Durchführung bzw. Begleitung dieser Maßnahmen zuständig sind (z.B. Rat der EU-Sportminister, Ratsarbeitsgruppe Sport, Expertengruppen, ERASMUS+-Begleitausschuss, informelle Sportminister- und Sportdirektorentreffen), vertritt das Bundesministerium des Innern die sportpolitischen Interessen Deutschlands. Weitere Stellen innerhalb und außerhalb der Bundesregierung sind ebenfalls in diese Arbeit eingebunden. Deutschland verfolgt im Bereich der EU-Sportpolitik vorrangig das Ziel, einen Mehrwert für den Sport auf nationaler Ebene zu schaffen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa zu stärken sowie aktuelle sportpolitische Themen von internationaler Relevanz voranzubringen.

EU-Arbeitspläne Sport

Die beiden bisherigen, vom Rat der EU-Sportminister verabschiedeten EU-Arbeitspläne Sport wurden in den Jahren 2011-2014 sowie 2014-2017 umgesetzt.

Sie enthielten Maßnahmen unter anderem zu den Themen Anti-Doping, Good Governance, Schutz junger Athleten, Schutz von Kinderrechten im Sport, Geschlechtergleichstellung im Sport, Bekämpfung von Wettkampfmanipulation, Nachhaltigkeit von Sportgroßveranstaltungen, Sportstatistik, Sport und Gesundheit sowie Sport und Bildung. Hierzu haben verschiedene Expertengruppen, in denen für die Bundesregierung das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Bundesinstitut für Sportwissenschaft vertreten waren, jeweils Empfehlungen erarbeitet.

Der EU-Arbeitsplan Sport für die Jahre 2017 bis 2020 wird derzeit in der Ratsarbeitsgruppe Sport verhandelt und voraussichtlich am 23. Mai 2017 vom Rat der EU-Sportminister verabschiedet.

EU-Förderprogramm für Bildung, Jugend und Sport (ERASMUS+)

Im Rahmen des durch EU-Verordnung Nr. 1288/2013 eingerichteten EU-Förderprogramms ERASMUS+ stehen in den Jahren 2014 bis 2020 für die Sportförderung insgesamt etwa 265 Mio. Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem grenzüberschreitende Kooperationsprojekte sowie nicht-kommerzielle europäische Sportveranstaltungen. Dabei können nicht nur Sportorganisationen (Verbände oder Vereine) eine Förderung aus dem ERASMUS+-Programm beantragen bzw. als Projektpartner an einer Förderung partizipieren, sondern auch Kommunen (Sportämter), Hochschuleinrichtungen oder Nichtregierungsorganisationen.

Zur Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 2017 gelangen Sie hier.

Die Umsetzungen der ERASMUS+-Sportförderung erfolgt durch die Europäische Kommission bzw. durch deren Exekutivagentur EACEA auf der Grundlage von Jahresarbeitsprogrammen. In diesen Prozess ist der ERASMUS+-Begleitausschuss als Vertretung der EU-Mitgliedstaaten eingebunden. Das Bundesministerium des Innern ist Mitglied in diesem Begleitausschuss.

Europäische Woche des Sports

Auf Initiative der Europäischen Kommission findet seit dem Jahr 2015 einmal jährlich die „Europäische Woche des Sports“ (EWoS) mit einer Vielzahl von Breitensportveranstaltungen in allen EU-Mitgliedstaaten statt.

Im Jahre 2017 wird die EWoS in der Zeit vom 23. bis 30. September durchgeführt. Nationaler Koordinator für die Umsetzung der EWoS in Deutschland und Ansprechpartner für interessierte Vereine etc. ist der Deutsche Turner-Bund. Dessen Aktivitäten werden von der Europäischen Kommission sowie vom Bundesministerium des Innern finanziell unterstützt.

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