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Sport Internationale Sportpolitik Artikel Olym­pi­sche Spie­le und Sport­groß­ver­an­stal­tun­gen

Sportgroßveranstaltungen, wie Olympische Spiele sowie Welt- und Kontinentalmeisterschaften können, wie wenig andere Ereignisse, ganze Nationen nach innen vereinen und nach außen präsentieren. Sie sind oft Anstöße für gesellschaftliche Entwicklungen und für das Sportsystem eines Landes.

Entscheidend für das Gelingen derartiger Großprojekte sind eine inhaltliche Idee und eine kommunikative Leitlinie. München 1972 hat bis heute etwas geschaffen, was andere Olympia-Städte nicht vermochten. Hieran will die Bundesregierung anknüpfen und arbeitet an einer langfristigen nationalen Strategie, die einen gesamtgesellschaftlichen Konsens über den Sinn von Sportgroßveranstaltungen herstellt, Bedingungen für zukünftige Bewerbungen formuliert, Unterstützungsmaßnahmen für nationale Kandidaten festlegt und dies alles offen und transparent kommuniziert.

Sportgroßveranstaltungen haben an Strahlkraft verloren

Mit Gigantismus gewinnt man in demokratisch verfassten Staaten nicht mehr die Überzeugung und Herzen der Bürgerinnen und Bürger für Sportgroßveranstaltungen (Major Sport Events). Diese können – richtig dimensioniert und geplant - ein Katalysator für den Breiten- und Spitzensport im Ausrichterland sein.
Gerade Olympische Spiele sind derzeit aber schon längst keine Sportgroßereignisse mehr, um die sich Staaten in einem erbitterten Konkurrenzkampf beim IOC bewerben. Eher das Gegenteil ist der Fall:

Krise im internationalen Sport: Die momentane Situation im internationalen Spitzensport ist geprägt von fehlender moralischer Kraft. Die "Marke Olympia" verliert dramatisch an Wert. Die internationalen Verbände leiden, im Wesentlichen selbstverschuldet, an einem schlechten Ansehen und befinden sich in einer schweren Vertrauenskrise. Nach der FIFA gilt dies zunehmend auch für das IOC. Eine immer lauter werdende Kritik an Gigantismus, mangelnder Nachhaltigkeit, ausufernder Korruption oder Menschenrechtsverletzungen untergräbt staatliche und private Anstrengungen, die Bevölkerung vom Mehrwert eines (olympischen) Sportgroßereignisses zu überzeugen. Sicht- und messbare gesellschaftspolitische Verbesserungen durch Sportgroßveranstaltungen müssen aber mehr denn je erkennbar sein, um die Bevölkerung mitzunehmen.

Redimensionierung der Olympischen Spiele: Sportgroßveranstaltungen müssen kleiner, einfacher und transparenter werden, das fängt schon mit der Bewerbung an. Spitzensport und Sportgroßveranstaltungen müssen wieder als das erfahrbar sein, was den Kern des Sports und seine identitätsstiftende Funktion für die Gesellschaft ausmacht. Nur so kann die mittlerweile große Distanz und das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Olympischen Spielen bzw. dem IOC in den westlichen Demokratien überwunden werden. Olympia hat nach Gigantismus und zahlreichen Korruptionsaffären deutlich an Strahlkraft verloren. All das hat in den letzten Jahren zahlreiche Städte in westlichen Demokratien von Bewerbungen per Bürgervotum oder Parlamentsbeschluss Abstand nehmen lassen (jüngst etwa: Rom, Graubünden/Schweiz, Budapest, zuvor auch Boston und Hamburg).

Faszination Olympische Spiele neu beleben

Das IOC hat mit der Reform-Agenda 2020 einen richtigen Weg eingeschlagen, den es konsequent weiter fortzusetzen gilt. Dazu gehört, dass das IOC deutlich mehr für die Attraktivität von Olympischen Spielen tun muss, um Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. Ein wichtiger Punkt, dem sich die Bundesregierung verpflichtet fühlt, ist wieder mehr Bescheidenheit für das weltgrößte Sportereignis.

Deutschland wird sich in den Prozess die nächsten Jahre aktiv einbringen, um dazu beizutragen, dass die Faszination der Olympischen Spiele neu belebt wird.

Mit MINEPS V hat Deutschland sich bereits positioniert und wird sich weiter mit einem mutigen Konzept an die Spitze der notwendigen Reformanstrengungen in diesem zentralen sportpolitischen Feld setzen. Entsprechende Impulse erfahren national wie international bereits hohe Aufmerksamkeit und stärken die sportpolitische Rolle Deutschlands international. Die mit MINEPS V im Jahr 2013 begonnene Sportpolitik der Bundesregierung wird daher mit dem Ansatz einer nationalen Strategie Sportgroßveranstaltungen kohärent fortgesetzt.

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