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Sicherheit KRIMINALPRAEVENTION Artikel Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on

Im Bereich der Inneren Sicherheit gilt folgender Grundsatz: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Kriminalität wird nicht nur durch die entschlossene Verfolgung begangener Straftaten bekämpft. Auch Präventionsmaßnahmen leisten einen wesentlichen Beitrag.

Kriminalprävention orientiert sich an einem dreistufigen Strukturmodell primärer, sekundärer und tertiärer Prävention. Die primäre Prävention zielt darauf ab, den allgemeinen Entstehungsbedingungen von Kriminalität in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Durch Maßnahmen wie Wertevermittlung und Einübung gewaltfreier Konfliktlösung in Kindergärten und Schulen werden möglichst große Bevölkerungskreise eingebunden. Die sekundäre Prävention versucht Tatgelegenheiten zu verändern. Technische Mittel wie Wegfahrsperren oder Alarmanlagen können dazu beitragen tatfördernde Situationen gezielt zu reduzieren. Die tertiäre Prävention beschäftigt sich mit Maßnahmen, die eine erneute Straffälligkeit verhindern können. Dazu gehört etwa die Berufsausbildung im Strafvollzug.

Kriminalprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein von der Politik und der Polizei erfüllt werden kann. Es kommt maßgeblich auf alle staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, die Wirtschaft und die Medien an. Nicht zuletzt die Bevölkerung selbst kann durch verantwortungsvolles Verhalten einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Kriminalität leisten.

Präventionseinrichtungen können die Erfolgschancen präventiver Maßnahmen erhöhen. Aus diesem Grund haben die Polizeien des Bundes und der Länder das Programm "Polizeiliche Kriminalprävention" (ProPK) entwickelt. Das ProPK klärt die Bevölkerung, Medien und andere mit Prävention befasste Stellen bundesweit über Erscheinungsformen und Verhinderungsmöglichkeiten von Kriminalität auf. Durch systematische Datenerhebungen ist das ProPK in der Lage, sich auf die jeweils drängendsten Probleme zu konzentrieren. Dazu gehören derzeit u.a. Drogen, Sexualdelikte, Diebstahl/Einbruch, Gewalt, Raub, Betrug und Jugendkriminalität.

Doch polizeiliche Aufklärungsarbeit allein reicht nicht aus, um alle gesellschaftlichen Akteure zu erreichen, die auf dem Gebiet der Kriminalprävention tätig sein können. Deshalb wurde im Juli 2001 ein nationales Präventionsgremium gegründet: Das Deutsche Forum für Kriminalprävention (DFK) führt Vertreter staatlicher und nichtstaatlicher Stellen zusammen, um Strategien gegen Kriminalität zu entwickeln und zu fördern. Durch die Vernetzung zahlreicher Initiativen bietet das DFK ein nationales Dach für unterschiedliche kriminalpräventive Ansätze.

Das Europäische Netz für Kriminalprävention

Der EU-Rat Justiz und Inneres hat mit Beschluss vom 28. Mai 2001 das Europäische Netz für Kriminalprävention (EUCPN) geschaffen. Das Netz setzt sich aus bis zu drei nationalen Kontaktstellen je Mitgliedstaat zusammen. Dies sind in Deutschland neben dem Bundesministerium des Innern (BMI) das Bundesjustizministerium und das DFK. Es wird zudem unterstützt durch ein Sekretariat in Brüssel.

Das Netzwerk widmet sich der Prävention sämtlicher Kriminalitätsformen. Gleichwohl legt es Schwerpunkte auf die Themen Jugendkriminalität, Kriminalität in den Städten und Drogenkriminalität.

Ziel des Netzes ist die Weiterentwicklung verschiedener kriminalpräventiver Aspekte auf EU-Ebene. Dazu sammelt und analysiert es Informationen über bestehende Maßnahmen und bewährte Praktiken der Kriminalprävention und stellt sie allen Mitgliedstaaten zur Verfügung.

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