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Sicherheit Kriminalitätsbekämpfung Artikel Or­ga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät

Die entschlossene Bekämpfung der Organisierten Kriminalität gehört zu den Schwerpunktaufgaben des Bundesinnenministeriums.

Unter dem polizeifachlichen Begriff Organisierte Kriminalität (OK) wird die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten zusammengefasst, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind.

Voraussetzung ist, dass mehr als zwei Beteiligte unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen oder unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig zusammenwirken.

Typische Felder, auf denen diese Gruppierungen kriminelle Aktivitäten entfalten, sind der Rauschgifthandel und -schmuggel, die Kriminalität im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben oder Delikte der Eigentumskriminalität.

Bekämpfung der Organisierten Kriminalität in Deutschland

Das Bundesministerium des Innern und in seinem Geschäftsbereich das Bundeskriminalamt treten dieser Organisierten Kriminalität im Verbund mit den Innenministerien und den Polizeien der Länder national wie international entschieden entgegen. Spezialisierte polizeiliche Dienststellen in Bund und Ländern arbeiten tagtäglich mit hohem Ressourcenaufwand, hoher Motivation und besonderer Sachkunde daran, in diesem besonders gemeinschädlichen kriminellen Umfeld so viele Täter wie möglich dingfest zu machen. So wurden allein im Jahr 2011 in Deutschland fast 600 Ermittlungsverfahren geführt, die Begehungsweisen der Organisierten Kriminalität zum Gegenstand hatten.

Nur wenn ausreichende und aussagekräftige Informationen über Umfang und konkrete Erscheinungsformen der Organisierten Kriminalität vorliegen, können neben der Verfolgung von Straftätern im Einzelfall auch langfristig und gezielt Bekämpfungsstrategien entwickelt und umgesetzt werden. Dem Bundeskriminalamt als kriminalpolizeiliche Zentralstelle von Bund und Ländern kommt hierbei eine besondere Rolle in der Informationssteuerung, -verwertung und -aufbereitung zu.

So wird am Hauptsitz des Amtes in Wiesbaden jährlich unter Beteiligung der Landeskriminalämter, der Bundespolizeidirektion und des Zollkriminalamtes das Bundeslagebild "Organisierte Kriminalität" erstellt. Ausgehend von den Ermittlungsergebnissen aller Polizei- und Zollstellen, die an der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität beteiligt sind, liefert es detaillierte Informationen über Ausmaß, Gefährdungspotential und mögliche Entwicklungen und Trends der Organisierten Kriminalität in Deutschland. Es ermöglicht so den zuständigen Dienststellen, ihre Bekämpfungsstrategien entsprechend zielgenau an die kriminalpolizeiliche Erkenntnislage anzupassen.

Internationale Kooperation

Einer zunehmend international strukturierten Organisierten Kriminalität in Deutschland und Europa begegnen das Bundesministerium des Innern und das Bundeskriminalamt zudem mit intensiver Kooperation mit den polizeilichen Partnern Deutschlands in Europa und der Welt.

Auf EU-Ebene und mit der EU-Polizeiagentur Europol werden die polizeilichen Aktivitäten aufeinander abgestimmt und verzahnt. Auch bei der Internationalen kriminalpolizeilichen Organisation (Interpol) spielt Deutschland eine tragende Rolle. Um eine schnelle und gezielte Zusammenarbeit auf operativer Ebene sicherzustellen, sind darüber hinaus fast siebzig Verbindungsbeamte des Bundeskriminalamtes in über fünfzig Staaten weltweit stationiert. Diese Beamtinnen und Beamten werden gezielt dort eingesetzt, wo Deutschland ein besonderes polizeiliches Interesse an der Verstetigung und Intensivierung des kriminalpolizeilichen Informationsaustausches hat. Schwerpunkte hierbei sind neben den europäischen Nachbarstaaten und südost-europäischen Staaten auch Standorte in Nord- und Südamerika, Afrika sowie im asiatischen Bereich. Direkte persönliche Kontakte der Verbindungsbeamten zu den Verantwortlichen in den Sicherheitsbehörden führen zu intensiven und erfolgreichen Kooperationen.

Die Bundesregierung hat des weiteren in den vergangenen Jahren eine Reihe von Sicherheitsabkommen (zuletzt zum Beispiel mit Kroatien, dem Kosovo und der Ukraine) abgeschlossen. Ziel dieser Abkommen ist es, die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden noch effektiver zu gestalten, um wirksam gegen die zunehmend grenz- und deliktsüberschreitend tätig werdenden kriminellen Gruppen vorgehen zu können.

Weitere Informationen können auf der Internetseite des Bundeskriminalamts abgerufen werden.

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