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Menschenhandel ist als moderne Form der Sklaverei ein weltweites Phänomen, das mit massiven Menschenrechtsverletzungen einhergeht.

Auch bei uns in Deutschland werden Menschen unter Einsatz von unterschiedlichen Formen von Täuschung und Gewalt in wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse gebracht. Betroffen sind in der Regel Personen, die sich aufgrund wirtschaftlicher oder sozialer Not in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse begeben. Die Täter sind in vielen Fällen der Organisierten Kriminalität zuzurechnen oder stammen aus dem sozialen Umfeld der Opfer.

Ein Großteil der Betroffenen wird in der Prostitution ausgebeutet, ein kleinerer Teil muss seine Arbeitskraft zum Beispiel in der Landwirtschaft, in der Gastronomie oder in Privathaushalten unter ausbeuterischen Bedingungen zur Verfügung stellen. Man unterscheidet daher zwischen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft.

Aktuelle Zahlen

Nach dem aktuellen Lagebild "Menschenhandel 2011" des Bundeskriminalamtes wurden im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung im Jahr 2011 482 Ermittlungsverfahren abgeschlossen. Das bedeutet gegenüber den Vergleichszahlen des Vorjahres (470 Ermittlungsverfahren) einen Anstieg um ca. 3 %. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg im Vergleich zum Vorjahr um ebenfalls knapp 3 % auf 753 (2010: 730). Die Zahl der Opfer ist um ca. 5 % auf 640 im Jahr 2011 gestiegen (2010: 610). Im Bereich des Menschenhandels zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft wurden im Jahr 2011 insgesamt 13 Ermittlungsverfahren registriert. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr (24).

Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels

Das Bundesministerium des Innern und das Bundeskriminalamt bekämpfen den Menschenhandel durch nationale Maßnahmen wie:

  • gezielte Ermittlungen, gestützt auf Sonderauswertungen des Bundeskriminalamtes,
  • Erarbeitung, Umsetzung und Verbreitung von Konzepten zum Opferschutz und zur Kooperation von Fachberatungsstellen und Polizei,
  • Analyse der Probleme und Trends bei der Bekämpfung des Menschenhandels,
  • Mitarbeit an der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Frauenhandel, der neben den zuständigen Bundesressorts, dem Bundeskriminalamt und Vertretungen der Länder auch Nichtregierungsorganisationen angehören,

und internationale Maßnahmen wie:

  • bilaterale Zusammenarbeit insbesondere mit den EU-Mitgliedstaaten und den Herkunftsstaaten der Menschenhandelsopfer,
  • Mitarbeit an und Umsetzung von internationalen Beschlüssen und EU-Rechtsakten.

Weitere Informationen können auf der Internetseite des Bundeskriminaltamts abgerufen werden.

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