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Cyberterrorismus ist eine Form des Terrorismus, bei der das Internet als Waffe benutzt wird und Angriffe auf Computersysteme verübt werden.

Cyberterrorismus wird von vielen als Bedrohung wahrgenommen. Doch was genau versteht man darunter? Die Begrifflichkeiten gehen wild durcheinander. So ist die Rede von "Cyber-Dschihad" oder "Online-Dschihad". Hinzu kommt, dass unter dem Begriff häufig auch ganz unterschiedliche Sachverhalte vermischt werden: etwa die Nutzung des Internets durch Terroristen zu Propagandazwecken oder auch Terrorismus, der mit Hilfe von Internet-Technologien Angriffe auf Computersysteme verübt.

Das unterschiedliche Verständnis hat zur Folge, dass in den EU-Mitgliedstaaten bislang immer noch keine einheitliche Definition zum Begriff "Cyberterrorismus" existiert.

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Das Bundesministerium des Innern definiert unter Cyberterrorismus "eine Form von Terrorismus, bei der das Internet als Waffe genutzt wird. Es werden also mit Hilfe von Internet-Technologien Angriffe auf Computersysteme verübt".

Cyberterrorismus gegen kritische Infrastrukturen

Derartige Cyber-Attacken sind generell denkbar gegen IT-gesteuerte kritische Infrastrukturen, beispielsweise:

  • die Elektrizitätsversorgung (z.B. Kernkraftwerke),
  • die Trinkwasserversorgung,
  • den Bahnverkehr (Manipulation der Weichenstellung),
  • Verkehrsleitsysteme oder
  • die Flugsicherung (mit dem Ziel, Kollisionen herbeizuführen).

Jene Anschlagsziele sind für Terroristen attraktiv, da hohe Opferzahlen und Schäden wahrscheinlich sind. Denkbar ist dabei auch, dass Attacken gegen kritische Infrastrukturen mit "konventionellen" Anschlägen gekoppelt werden.

Cyberterrorismus gegen die Wirtschaft

Viele Terrororganisationen verfolgen auch das Ziel, die Wirtschaftskraft der EU und der USA nachhaltig zu schwächen.

Es sind daher auch Cyber-Attacken denkbar, die hohe wirtschaftliche Schäden zur Folge haben, z.B.:

  • Cyber-Attacken gegen große Wirtschaftsunternehmen,
  • Cyber-Attacken gegen Server und Websites,
  • Cyber-Attacken gegen Börsen oder
  • landesweites Lahmlegen von Geldautomaten.

Diese Szenarien sind gleichermaßen auch im Rahmen von Cyberkriminalität oder Cyberspionage denkbar. In allen Fällen ist das Internet das Tatmittel. Cyberterrorismus grenzt sich dabei im Wesentlichen durch die Motivation des Täters ab.

Gefährdung

Grundsätzlich ist von einer Gefährdung durch Cyberterrorismus auszugehen. Es sind aber bislang keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen bekannt. Mit Ausnahme von Staatsterrorismus ist es unwahrscheinlich, dass derzeit überhaupt die technischen Fähigkeiten vorhanden sind, um eine Cyber-Attacke diesen Ausmaßes durchzuführen. Mittelfristig besteht gleichwohl die Gefahr, dass erfolgreiche "Cyber-Waffen" wie Stuxnet, deren Konzeption äußerst kompliziert und kostspielig ist und derzeit wohl nur von Staaten geleistet werden kann, künftig auch von Privatpersonen (z.B. über das Internet) erworben werden können.

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Stuxnet ist ein Computerwurm, der entwickelt wurde, um Industrieanlagen zu befallen. Er ist der erste Virus, der gezielt Zentrifugen eines Atomkraftwerks angreift.

Schutzmaßnahmen

Der beste Schutz gegen Cyberterrorismus ist der Schutz wichtiger Systeme gegen solche Attacken. Dafür ist es unbedingt notwendig, entsprechende Softwarelücken fortlaufend zu entdecken und zu schließen.

Diese Aufgabe wird in Deutschland durch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (Cyber-AZ) wahrgenommen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dem der Schutz kritischer Infrastrukturen obliegt, ist dort ebenfalls eingebunden.

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