Navigation und Service

Sicherheit Extremismusbekämpfung Artikel Is­la­mis­mus und Sa­la­fis­mus

Islamismus als extremistische Bestrebung ist gegen den demokratischen Verfassungsstaat und seine fundamentalen Werte, seine Normen und Regeln gerichtet.

Ziel dieser Ideologie ist es, die freiheitlich demokratische Grundordnung abzuschaffen und sie durch eine nach den jeweiligen Vorstellungen formierte Ordnung zu ersetzen. Dabei wird Gewalt von einem Teil des Spektrums als ein geeignetes Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele gutgeheißen, propagiert oder sogar praktiziert.

Die Propaganda islamistisch-terroristischer Gruppierungen belegt, dass Deutschland unmittelbar im Fokus dieser Gruppierungen steht: Im Internet finden sich vermehrt deutschsprachige oder an Deutschland gerichtete Botschaften, in denen mit Gewalt und zum Teil auch mit Anschlägen gedroht wird. In Deutschland geht von salafistischen Bestrebungen eine besondere Gefährdung für die Sicherheit aus.

Doch was versteht man eigentlich unter "Islamismus"?

In Abgrenzung zur Religion "Islam" bezeichnet der Begriff "Islamismus" eine religiös verbrämte Form des politischen Extremismus. Zentraler Bestandteil dieser Ideologie ist der propagierte allumfassende Geltungsanspruch des islamischen Rechts, der Scharia, in einer totalitären, sämtliche Lebensbereiche betreffenden Auslegung. Die islamistische Ideologie versteht die Scharia als eine von Gott gesetzte verbindliche, unantastbare und unabänderliche Ordnung des menschlichen Lebens in allen Bereichen von Staat, Recht und Gesellschaft.

Weil die Scharia nach islamistischer Vorstellung sämtliche Lebensbereiche umfassend und abschließend regelt, ist kein Platz für demokratische Mehrheitsentscheidungen und wenig Raum für selbstbestimmtes Handeln. Eine Ordnung in diesem Sinne ist insbesondere mit zentralen Verfassungsprinzipien wie vor allem der Volkssouveränität, der Gewaltenteilung und den im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechten unvereinbar.

Die durchaus vielfältigen Formen des Islamismus stellen nicht erst in ihren gewaltbereiten oder terroristischen Handlungsformen eine Bedrohung dar. Vielmehr kann bereits die zugrunde liegende politische Ideologie eine Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung bedeuten.

Was ist Salafismus?

Der zeitgenössische politische Salafismus ist aktuell die am schnellsten wachsende Form des Islamismus in Deutschland in einer seiner radikalsten Ausprägungen. Er gilt sowohl in Deutschland, wie auch auf internationaler Ebene, als die derzeit dynamischste islamistische Bewegung. Von Salafisten geht eine besondere Gefährdung für die Sicherheit Deutschlands aus.

Salafisten, die Anhänger der Ideologie des Salafismus, sehen sich als Verfechter eines aus ihrer Sicht ursprünglichen und unverfälschten Islams, wie er vom islamischen Propheten Muhammad und den ersten Muslimen, den sogenannten "al-salaf al-salih" (den "rechtschaffenen Altvorderen"), praktiziert worden sei. Salafisten sehen ausschließlich die Bestimmungen des Korans und der Sunna (= Prophetentradition) als verbindlich an.

Die salafistische Ideologie übt eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft auf Jugendliche aus. Salafistische Prediger vermitteln – vor allem über das Internet – Inhalte, die in deutlichem Widerspruch zu einem freiheitlichen Demokratieverständnis stehen. Der Salafismus liefert mithin den Nährboden für eine islamistische Radikalisierung und befördert den Einstieg in den gewaltbereiten Islamismus.

Worin besteht die Bedrohung?

Salafistische Bestrebungen in Deutschland unterteilen sich in eine Gewalt ablehnende sowie eine Gewalt befürwortende Richtung bis hin zum Terrorismus.

Die Übergänge zwischen nicht gewaltbereitem Salafismus und Gewalt befürwortendem Salafismus sind fließend. Beide Strömungen beziehen sich auf dieselben Autoritäten und Vordenker. Sowohl die ideologischen Grundlagen wie auch die angestrebten politischen und gesellschaftlichen Ziele sind bei beiden Gruppen gleich. Einige wenige politische Salafisten positionieren sich gegen Terrorismus. Auch ist die Mehrzahl der salafistischen Einrichtungen in Deutschland dem nicht gewaltbereiten Salafismus zuzurechnen. Dennoch ist festzustellen, dass fast ausnahmslos alle Personen mit Deutschlandbezug, die zur Durchsetzung ihrer Ziele Gewalt befürworten, zuvor mit salafistischen Strukturen in Kontakt standen.

Prävention und Deradikalisierung

Vor dem Hintergrund der verstärkten Werbe- und Missionierungsaktivität von Salafisten werden Präventions- und Aufklärungsarbeit immer wichtiger: vor allem junge, ungefestigte Persönlichkeiten müssen vor dem Abgleiten in die Radikalität bewahrt werden; für bereits radikalisierte Personen sind Deradikalisierungsmaßnahmen notwendig. Die Bekämpfung des gewaltbereiten Salafismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Damit diese gelingt, bedarf es eines engen Zusammenwirkens aller Akteure.

Ein wichtiger Baustein ist die "Beratungsstelle Radikalisierung", die seit 2012 im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingerichtet ist. Sie ist eine erste Anlaufstelle, um Angehörigen und Freunden von sich radikalisierenden Jugendlichen Fragen zum Thema Islamismus und Radikalisierung zu beantworten. Von dort werden bei Bedarf konkrete Beratungsangebote vor Ort vermittelt und eine individuelle persönliche Unterstützung durch zivilgesellschaftliche Experten angeboten.

Zusatzinformationen

Beratungsstelle Radikalisierung

Mo - Fr von 09:00 bis 15:00 Uhr
Telefon:  0911 - 943 43 43
E-Mail:  beratung@bamf.bund.de

BAMF Beratungsstelle Radikalisierung

Mobiltelefon mit der Rufnummer der Beratungstelle (Quelle: BMI) zum Internetangebot des BAMF

Alle Informationen zum Thema Sicherheit

mehr zum Thema: Alle Informationen zum Thema Sicherheit …

Das Thema durchsuchen

Schwerpunktthemen

Mediathek

Audio | 27.01.2016"Für Radikale, für gewaltbereiten Extremismus ist in Deutschland kein Platz!"
Mehr

Alle Mediathekinhalte zum Thema

Publikationen

23.06.20162015 - Jahresbericht des BBK
Mehr

Alle Publikationen zum Thema