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Neue Länder Artikel Wirt­schaft­li­che Entwicklung

In Ostdeutschland ist es mit aktiver Unterstützung von Bund, Ländern und EU gelungen, die wirtschaftlichen Grundlagen für Wohlstand und wettbewerbsfähige Arbeit eindrucksvoll zu erneuern.

Mit der Privatisierung der rund 8.000 Staatsbetriebe in der Anfangsphase und insbesondere der Gründung zahlreicher neuer Unternehmen in den vergangenen Jahren ist eine leistungsfähige private Wirtschaft in den neuen Ländern entstanden.

Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung seit der Wiedervereinigung

Die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung waren aufgrund umfassender Nachhol- und Sanierungsinvestitionen vor allem im Bereich der Erneuerung der Infrastruktur und des Wohnungsbestandes durch hohe Wachstumsraten der Gesamtwirtschaft gekennzeichnet. Nach Erfüllung dieses unmittelbaren Sanierungsbedarfs begann ab Mitte der 90er Jahre mit der Förderung der Industrie und der wirtschaftsnahen Dienstleistungen der Prozess, eine eigenständige und wettbewerbsstarke wirtschaftliche Grundlage zu entwickeln. Seitdem hat sich das je Einwohner erzeugte Bruttoinlandsprodukt von rd. 2/5 der westdeutschen Verhältnisse bis zuletzt im Jahr 20 auf 71 % erhöht. Die Produktivität, die 1991 zwischen 25 % und 30 % lag, konnte bis zum Jahr 2011 auf rd. 79 % des westdeutschen Niveaus gesteigert werden. Die ostdeutsche Wirtschaft ist heute auch international gut eingebunden. Die Exportquote lag im Jahr 2011 bei 34 %.

Umstrukturierung der Wirtschaft zu mittelständisch geprägter Struktur

Die Wirtschaftsstruktur hat sich in dieser Zeit stark gewandelt. Die Reindustrialisierung erfolgte mit im internationalen Vergleich hohen Wachstumsraten. Heute verfügen die Neuen Länder wieder über ein mittelständisch geprägtes, international wettbewerbsfähiges verarbeitendes Gewerbe. Der ostdeutsche private Dienstleistungssektor hat seit 1995 kontinuierlich Beschäftigung aufgebaut und somit erheblich dazu beigetragen, die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen.

Aus der Umstrukturierung der genossenschaftlichen und staatlich bewirtschafteten landwirtschaftlichen Großbetriebe der DDR entstanden etwa 24.400 landwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Rechtsformen, Betriebsgrößen und Besitzverhältnisse, die rd. 5,5 Mio. ha landwirtschaftliche Fläche bearbeiten, rund 148.000 Menschen beschäftigen und heute gemeinsam mit der Ernährungswirtschaft eine wichtige Säule der ostdeutschen Wirtschaft bilden.

Förderung von Investitionen und Innovationen

Die Investitions- und Innovationsförderung hat maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen Ländern beigetragen.
Bis heute konnte der private und öffentliche Kapitalstock in den neuen Bundesländern pro Kopf gerechnet rd. ¾ des westdeutschen Niveaus erreichen. Der Kapitalstock je Erwerbstätigen in Ostdeutschland erreicht heute bereits rd. 85 % des westdeutschen Niveaus.

Zukünftige Herausforderungen

Insgesamt ist die wirtschaftliche Erneuerung gut vorangekommen, wenngleich es noch viele Herausforderungen zu bewältigen gibt. Sie bestehen für die ostdeutschen Unternehmen insbesondere darin, weiter zu wachsen und so ihre Kleinteiligkeit zu überwinden, die Vernetzung untereinander und mit der Wissenschaft auszubauen, ihre Innovationskraft zu stärken, langfristig die benötigten Fachkräfte zu binden und sich noch stärker überregionalen Märkten zuzuwenden.

Aktuelle Herausforderungen und Maßnahmen bzw. Initiativen der Politik für die neuen Länder finden Sie in der Rubrik „Ostdeutschland heute“.

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