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Häufig gestellte Fragen zum Thema: Ausweise-Pässe

Warum wurden Gesicht und Fingerabdruck als biometrische Merkmale für den ePass ausgewählt?

Die Zivilluftfahrt-Organisation der Vereinten Nationen (International Civil Aviation Organization, ICAO) entscheidet über Standards für internationale Reisedokumente. Weil das Passfoto seit langem selbstverständlich ist, empfahl die ICAO die Verwendung des Passfotos auch zur Speicherung im Chip elektronischer Pässe.

Für den Fingerabdruck als zweites biometrisches Merkmal entschieden sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) aufgrund der hohen Praxistauglichkeit der hierzu entwickelten Aufnahme und Erkennungssysteme. Zwei verschiedene biometrische Merkmale erhöhen überdies die Flexibilität bei Kontrollen. So kann zukünftig je nach Kontrollsituation ausgewählt werden, ob bei biometrisch unterstützten Kontrollen das Foto und/oder die Fingerabdrücke überprüft werden.

Woran ist ein ePass erkennbar?

Das Symbol auf dem Umschlag des elektronischen Passes steht für den ePass.

Der ePass-Chip befindet sich in der Passdecke und ist mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Welche Daten sind im ePass gespeichert?

Im ePass-Chip sind personen- und dokumentenbezogene Daten gespeichert:

  • zur Person: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht, Staatsangehörigkeit;
  • zum Dokument: Seriennummer, ausstellender Staat, Dokumententyp und Gültigkeitsdatum.

Außerdem sind im ePass sogenannte biometrische Daten gespeichert:

  • im ePass der ersten Generation (Antragsdatum bis 31. Oktober 2007) das Passfoto;
  • im ePass der zweiten Generation (Antragsdatum ab 1. November 2007) das Foto und zwei Fingerabdrücke. 

Behalten alte Pässe ihre Gültigkeit?

Ja. Alle bereits ausgegebenen Pässe behalten ihre vorgesehene Gültigkeit. Den Inhaberinnen und Inhabern alter, aber noch gültiger Pässe entstehen im Reiseverkehr keine Nachteile. Ein vorzeitiger Umtausch von Dokumenten ist also nicht erforderlich.

Aufgrund der Gültigkeitsdauer alter Pässe sind ab November 2007 drei verschiedene Passtypen im Umlauf:

  • Reisepässe ohne Chip,
  • elektronische Pässe der ersten Generation, die nur das Passfoto im Chip enthalten,
  • elektronische Pässe der zweiten Generation, in denen das Passfoto und zwei Fingerabdrücke im Chip gespeichert sind.

Neben den regulären Pässen wird es weiterhin die vorläufigen Reisepässe und Kinderreisepässe geben, die ohne Chip ausgestellt werden.

Was kostet der ePass?

Aufgrund des technischen Aufwandes für Sicherheit und Datenschutz musste die Gebühr für die Ausstellung eines Passes im November 2005 angehoben werden. Im Einzelnen entstehen beim ePass Kosten für

  • das Passbuch,
  • den Speicherchip,
  • die Erfassung der biometrischen Daten und
  • ihre Aufnahme in den Pass.

Mit der Einführung der Fingerabdrücke im ePass (Antragsdatum ab 1. November 2007) werden die Gebühren nicht angehoben: Ein zehn Jahre gültiger ePass kostet in Deutschland weiterhin 59 Euro. Für einen sechs Jahre gültigen ePass, der für Personen unter 24 Jahren ausgestellt wird, beträgt die Gebühr 37,50 Euro. Damit liegt der deutsche ePass beim internationalen Preisvergleich im unteren Drittel.

Kann die Funktion des elektronischen Identitätsnachweises ausgeschaltet werden?

Der elektronische Identitätsnachweis kann jederzeit aus- und auch wieder eingeschaltet werden. Das Aus- und Einschalten dieser Funktion kann nur durch eine Personalausweisbehörde erfolgen, da hierfür ein spezielles Berechtigungszertifikat erforderlich ist.

Wie können Foto und Fingerabdrücke zur sicheren Kontrolle beitragen?

Deutsche Personalausweise gehören zu den fälschungssichersten Dokumenten der Welt. Dort, wo kriminelle Energie bei Fälschungsversuchen nicht zum Erfolg führt, nutzen die Täter jedoch verstärkt die Alternative des Dokumentenmissbrauchs, d. h. echte Dokumente, die ihren Inhabern gezielt gestohlen wurden oder verloren gingen, werden durch fremde Personen verwendet, die dem Inhaber ähnlich sehen oder ihr Erscheinungsbild – etwa durch Änderungen der Frisur, Barttracht, Brille/ Kontaktlinsen – ähnlich gestalten. Bei der konventionellen, rein optischen Kontrolle von Passfoto und Person können Kontrollbeamte mit dieser Art des Betrugs gezielt getäuscht werden. Bei der biometrieunterstützten Kontrolle dagegen werden eindeutige Gesichts- bzw. Fingerabdruckeigenschaften maschinell 1:1 geprüft, d. h. die Daten im Dokumenten-Chip mit den live am Kontrollort erhobenen Daten (Foto und / oder Fingerabdruck) verglichen. Der Bürger hat es damit in der Hand, sich durch die freiwillige Aufnahme seiner Fingerabdrücke in den Personalausweis vor diesem Betrugsrisiko besonders zu schützen. Denn immerhin werden rund eine viertel Million Personalausweise jährlich gestohlen oder gehen verloren und stehen damit für diese Art des Betrugs zur Verfügung.

Welche technische Ausstattung wird für den elektronischen Identitätsnachweis benötigt?

Die Inhaberin/der Inhaber benötigt sowohl Hardware- als auch Software-Komponenten:

  • Funktionsfähiger Arbeitsplatzrechner (PC)
  • (zertifiziertes) Kartenlesegerät für kontaktlose Chipkarten
  • eine Software zur Kommunikation zwischen PC und Kartenlesegerät
  • Internetzugang

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert Hardware- und Software-Komponenten, die eine sichere Kommunikation ermöglichen, und veröffentlicht entsprechende Empfehlungen.

Warum enthält der neue Personalausweis einen Chip?

Über 60 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger verfügen heute mit dem Personalausweis über ein staatlich bereitgestelltes Sicherheitsdokument, das die Anforderungen an eine sichere und einfache Identifizierung in der „Papier-Welt“ erfüllt. Eine vergleichbare Identifizierungsmöglichkeit bei elektronischen Vorgängen, z. B. Dienstleistungen via Internet, existiert jedoch bislang nicht. Stattdessen müssen sich die Internetnutzer für verschiedene Online-Services jeweils eigene Passwörter bzw. PINs merken und diese verwalten.

Der neue Personalausweises im Scheckkartenformat bietet auch neue Funktionen: Der elektronische Identitätsnachweis und die qualifizierte elektronische Signatur (Ersatz der manuellen Unterschrift) sollen zur einfachen und sicheren Identifizierung im Internet beitragen. Daneben soll die Biometriefunktion – in Analogie zum elektronischen Reisepass – die Fälschungssicherheit der Dokumente, aber vor allem den Schutz vor Missbrauch durch unberechtigte Personen erhöhen, so dass der Ausweis weiterhin als Passersatzpapier genutzt werden kann, beispielsweise zur Einreise in den Schengenraum. Dafür werden alle Personalausweise mit einem im Chip gespeicherten Foto ausgestattet, auf freiwilliger Basis können auch zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. Deutsche Bürgerinnen und Bürger können damit sicher sein, dass niemand mit ihrem Dokument, d. h. ihrer Identität, missbräuchlich umgeht oder Straftaten verübt.

Warum soll der neue Ausweis als Trägermedium für die elektronische Unterschrift genutzt werden können?

Die qualifizierte elektronische Signatur ist das elektronische Äquivalent zur eigenhändigen Unterschrift. Sie kann die eigenhändige Unterschrift im Internet und in E-Mails in den meisten Fällen dort ersetzen, wo bislang die eigenhändige Unterschrift unbedingt erforderlich war (so genanntes Schriftformerfordernis). Dadurch können Anträge, Verträge, Urkunden etc. auch im elektronischen Geschäftsverkehr rechtskräftig unterschrieben werden. Das geht schneller, ist kostengünstiger und spart zudem Papier. Ausinhaberinnen und -inhaber können sich bei Interesse für das Nachladen eines Signaturzertifikats bei einem akkreditierten Anbieter am Markt entscheiden.

Welche Kartenlesegeräte werden künftig zur Verfügung stehen, mit welchem Installationsaufwand und welchen Preisen muss gerechnet werden?

Die Bundesregierung legt Wert darauf, preisgünstige Kartenlesegeräte zu zertifizieren, um die Anschaffungskosten für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten. Bei der Zertifizierung durch das BSI wird neben den Sicherheitsaspekten auch die Benutzerfreundlichkeit eine wichtige Rolle spielen. Der Installationsaufwand soll nicht höher sein, als für andere gängige Hardware-Komponenten. Damit nicht mehr Geräte im Einsatz sind, als notwendig, werden die Hersteller der Kartenlesegeräte rechtzeitig auch hybride Geräte auf den Markt bringen, die kontaktlose und kontaktbehaftete Chips auslesen können.

Kann der elektronische Identitätsnachweis bei Diebstahl oder Verlust des Ausweises gesperrt werden?

Ja. Jeder neue Personalausweis wird während der Produktion mit einem sog. Sperrkennwort ausgestattet, mit dem die Inhaberin/der Inhaber eine Sperrung der elektronischen Identitätsdaten vornehmen lassen kann. Die Sperrung soll entweder durch eine Personalausweisbehörde oder durch einen Anruf des Bürgers bei einer bestimmten Sperr-Hotline unter Angabe des Sperrkennworts erfolgen können. Der abhanden gekommene Ausweis wird auf eine Sperrliste gesetzt, die von jedem Diensteanbieter heruntergeladen werden kann. Mit Hilfe der Sperrliste kann jeder Diensteanbieter prüfen, ob eine Authentisierung mit einem als verloren oder gestohlen gemeldeten elektronischen Personalausweis versucht wird. Grundsätzlich gilt: Ohne die Kenntnis der geheimen PIN kann der Ausweis für den elektronischen Identitätsnachweis nicht genutzt werden.

Warum hat der neue Personalausweis einen kontaktlosem Chip anstelle eines kontaktbehafteten Chips wie er z.B. bei EC-Karten eingesetzt wird?

Für die Verwendung eines kontaktlosen Chips sprechen folgende Gründe:

  1. Die Lebensdauer:
    Der neue Ausweis hat – wie auch der alte – eine Gültigkeit von zehn Jahren. Kontaktlose Chips sind besser geeignet, da sie eine deutlich längere Lebensdauer haben als kontaktbehaftete Chips.
  2. Die Zukunftsfähigkeit:
    Schon heute gibt es Lesegeräte, die an Mobiltelefone und kleine Hand-Computer (PDAs) angeschlossen werden können. Ein kontaktbehafteter Chip würde die Nutzung im Kontext mobiler Geräte und Anwendungen verhindern, da Lesegeräte für kontaktlose Chips in die mobilen Geräte integriert werden können, ganz im Gegensatz zu kontaktbehafteten Lesegeräten. Der neue Personalausweis – ausgestattet mit einem kontaktlosen Chip – benötigt lediglich ein ebenfalls kontaktloses (integriertes) Lesegerät.
  3. Die Nutzung bereits vorhandener staatlicher Investitionen:
    Im Gegensatz zu EC-Karten ist der Personalausweis ein Dokument für den Identitätsnachweis gegenüber staatlichen Einrichtungen. Diese Einrichtungen werden im Zuge der Einführung des elektronischen Reisepasses mit hochwertiger Technik für das kontaktlose Auslesen der biometrischen Merkmale ausgestattet. Diese Technik soll auch für den Personalausweis genutzt werden, um die bisherigen Investitionen zu sichern und den Aufwand so gering wie möglich zu halten. Deshalb wird – wie beim ePass – ein Chip mit kontaktloser Schnittstelle verwendet.

Wie werden Datenschutz, Datensicherheit, Jugendschutz und Verbraucherschutz beim neuen Personalausweis gewährleistet?

  1. Indem der neue Personalausweis es seiner Inhaberin/seinem Inhaber ermöglicht, stets selbst zu entscheiden, welche Daten er für die Übermittlung an den Anbieter eines Onlinedienstes frei gibt.
  2. Indem nur Anbieter eine Berechtigung für das Auslesen von Daten erhalten, die auf dem neuen Personalausweis gespeichert sind. Die geschieht über die Vergabe von Berechtigungszertifikaten. Hat die Ausweisinhaberin/ der Ausweisinhaber Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des Anbieters, kann er sich jederzeit an die Datenschutzaufsichtsbehörde wenden, die in dem Berechtigungszertifikat genannt wird. 
  3. Indem der neue Personalausweis den Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten im Internet oder bei Glücksspiel- und Zigarettenautomaten anhand der Altersangabe auf dem Chip erlaubt oder verweigert.
  4. Indem der neue Personalausweis eine Übermittlung der Kreditkartennummer für den Zweck des Identitätsnachweises überflüssig macht und damit ein großes Gefahrenpotenzial im E-Government vor allem aber im E-Business ausräumt.

Was kostet der neue Personalausweis?

Die Verordnung über Gebühren für Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis (PAuswGebV) ist am 1. November 2010 in Kraft getreten und setzt die Gebühren für den neuen Personalausweis bundesweit fest:

Antragstellende Person ab 24 Jahren28,80 Euro (10 Jahre gültig)
Antragstellende Person unter 24 Jahren22,80 Euro (6 Jahre gültig)
Ausstellung von Ausweisen für BedürftigeGebührenreduzierung oder -befreiung möglich
Vorläufiger Personalausweis10 Euro
Weitere Gebührenregelungen
Erstmaliges Aktivieren der Online-Ausweisfunktion bei der Ausgabe oder bei der Vollendung des 16. Lebensjahresgebührenfrei
Nachträgliches Aktivieren der Online-Ausweisfunktion6 Euro
Deaktivieren der Online-Ausweisfunktiongebührenfrei
Ändern der PIN im Bürgeramt (z. B. PIN vergessen)6 Euro
Ändern der Anschrift bei Umzügengebührenfrei
Sperren der Online-Ausweisfunktion im Verlustfallgebührenfrei
Entsperren der Online-Ausweisfunktion6 Euro
Kosten für das Aufbringen eines elektronischen SignaturzertifikatesFestlegung durch jeweiligen Anbieter

Haben andere Länder bereits solche Personalausweise eingeführt?

Ja. Personalausweise mit einer erweiterten Ausstattung kommen weltweit immer häufiger zum Einsatz. Dies gilt sowohl für biometrieunterstützte Grenzkontrollen als auch für den elektronischen Identitätsnachweis im Internet. In der Europäischen Union haben bislang beispielsweise Belgien, Estland, Italien, Österreich und Spanien elektronische Ausweise, auch Bürgerkarten genannt, eingeführt.

Wie erfolgt der elektronische Identitätsnachweis gegenüber einem Anbieter einer E-Government- oder E-Business-Leistung?

Der elektronische Identitätsnachweis erfolgt als gegenseitige Authentisierung. Dies bedeutet, dass sich die Inhaberin/der Inhaber des Ausweises sicher sein kann, welches Unternehmen bzw. welche Behörde Daten von ihr/ihm über das Internet abfragen möchte und wozu. Hierzu dient das sog. Berechtigungszertifikat, das ein Anbieter zuvor bei einer staatlichen Stelle beantragt haben muss. Gleichzeitig kann der Diensteanbieter sicher sein, dass die Angaben, die nach von der Ausweisinhaberin bzw. dem -inhaber durch Eingabe der geheimen PIN aus dem Ausweis übertragen werden, korrekt sind. Nur ein echter Ausweis kann sich gegenüber einem Diensteanbieter authentisieren.

Wie kann ich den elektronischen Identitätsnachweis im Internet und die elektronische Signatur nutzen?

Ausweisinhaber können zukünftig selbst entscheiden, ob, wann, in welchem Umfang und an wen sie elektronische Daten unter Verwendung des Personalausweises im Internet übertragen möchten. Sie benötigen dazu ihren neuen Personalausweis mit Chip und PIN sowie ein Lesegerät an ihrem PC. Ein Diensteanbieter, der Ausweisdaten online abfragt, muss vorher bei einer staatlichen Stelle ein Berechtigungszertifikat beantragt haben und dort plausibel machen, wozu er beispielsweise den Namen und die Anschrift abfragen will. Für die Bürgerinnen und Bürger, die E-Government und E-Business mit dem neuen Personalausweis nutzen wollen, wird in jedem Falle transparent sein, wer welche Daten elektronisch abfragt. Sie geben dann mit einer PIN die Datenübermittlung frei. Wer im Internet Verträge rechtssicher abschließen will, kann dafür zukünftig die qualifizierte elektronische Signatur als Ersatz der manuellen Unterschrift verwenden.

Warum ist der Identitätsnachweis automatisch als Funktion auf dem neuen Personalausweis vorhanden und die qualifizierte elektronische Signatur nur optional?

Es gibt weitaus weniger Anwendungen für den Bürger, die eine qualifizierte elektronische Signatur erfordern, als Anwendungen, die den elektronischen Identitätsnachweis benötigen. Das heißt, die Inhaber des neuen Ausweises haben vor allem etwas von der Authentisierungsfunktion.

Wer aber die qualifizierte elektronische Signatur benötigt, kann sie gegen Aufpreis mit wenig Aufwand nachladen. Das erfordert weniger Zeit und Kosten als eine zusätzliche Signaturkarte.

Wie bekommt die Ausweisinhaberin/der Ausweisinhaber die geheime PIN?

Die geheime PIN, die die Ausweisinhaberin/der Ausweisinhaber benötigt, um dem Auslesen bestimmter Datenfelder im Rahmen des elektronischen Identitätsnachweises zuzustimmen, wird vom Produzenten im Rahmen der Herstellung zufällig gesetzt. Ebenso wird die sog. PUK ("Personal Unblocking Key", Entsperrschlüssel), die die Inhaberin/der Inhaber zur Entsperrung seiner geheimern PIN benötigt, wenn er diese drei Mal hintereinander falsch eingegeben hat, vom Produzenten zufällig ausgewählt und gesetzt. PIN und PUK werden der Inhaberin/dem Inhaber in einem versiegelten PIN/PUK-Brief nach Fertigstellung des neuen Personalausweises direkt per Post zugesendet.

Kann die Ausweisinhaberin/der Ausweisinhaber die geheime PIN ändern?

Die Bürgerin/der Bürger kann sich jedoch jederzeit (zu Hause) eine neue PIN setzen, wenn er die aktuelle PIN noch weiß: Die PIN-Änderung muss mit der aktuellen PIN bestätigt werden, die Eingabe der PUK ist nicht nötig. Er benötigt hierzu dieselben Komponenten wie für die Nutzung des elektronischen Identitätsnachweises.

Hat ein Bürger jedoch seine PIN vergessen, kann er eine neue PIN ausschließlich in der Personlausweisbehörde setzen lassen. Die Berechtigung erfolgt über ein entsprechendes Zertifikat. So wird sichergestellt, dass eine PIN-Änderung nur bei physischer Vorlage des Personalausweises (und nicht z. B. über das Internet) durchgeführt werden kann.

Wird es vor der Einführung des neuen Personalausweises Testmaßnahmen geben?

Die Erfahrungen aus dem ePass-Projekt haben gezeigt, dass groß angelegte Testmaßnahmen sinnvoll und notwendig sind. Daher sollen auch vor Einführung des neuen Personalausweises ausführliche Testmaßnahmen mit Personalausweisbehörden, Behörden (E-Government) und Unternehmen (E-Business) sowie Bürgerinnen und Bürgern auf freiwilliger Basis durchgeführt werden. Ziel ist es insbesondere, die Praktikabilität und Akzeptanz der neuen Funktionen sicher zu stellen.

Werden die freiwillig gegebenen Fingerabdruckdaten zukünftig auch im Internet verwendet?

Nein. Der Zugriff auf die im Ausweis-Chip gespeicherten biometrischen Daten, d. h. Foto und gegebenenfalls Fingerabdrücke, bleibt ausschließlich den berechtigten behördlichen Stellen zur sicheren Personenkontrolle an Grenzen und im Inland vorbehalten. Dies wird durch technische Maßnahmen sichergestellt.

Welche Vorteile bringt der neue Personalausweis?

Mehr Sicherheit für die elektronische Identität:

Der elektronische Identitätsnachweis schützt den Ausweisinhaber wirksam vor dem zunehmenden Identitätsdiebstahl im Internet. Beide an einem Online-Service beteiligten Stellen müssen sich authentisieren, das heißt sie müssen ihre Identität nachweisen. Dadurch wird mehr Sicherheit für alle Beteiligten bei der Nutzung von E-Government- und E-Business-Angeboten erreicht. Denn beide Seiten können sicher sein, dass es sich um korrekte Daten des Gegenübers handelt. Das schafft Vertrauen in elektronische Transaktionen.


Mehr Komfort bei Online-Transaktionen:

Postalisches Identifikations- und PIN/TAN-Verfahren, Plausibilitätsprüfungen, Adressverifikationen, Nachverfolgungen von Kundendaten verursachen bei den Anbietern einen erheblichen finanziellen und personellen Aufwand und sind zudem umständlich und zeitraubend für die Kunden. Der elektronische Identitätsnachweis vereinfacht die Authentisierung, weitere Verfahren erübrigen sich.


Besserer Jugendschutz online und an Automaten:

Da das Alter auf dem Chip erfasst wird, kann der neue Personalausweis für den erforderlichen Alternachweis im Internet und an Automaten verwendet werden. Die Nutzung von Zigarettenautomaten oder Glücksspielautomaten bleibt dadurch jenen Personen vorbehalten, die das hierfür erforderliche Alter bereits erreicht haben.


Mehr Sicherheit beim Reisen mit dem Personalausweis:

Der Personalausweis entspricht dem Sicherheitsniveau der Pässe und enthält entsprechend den internationalen Vorgaben das Foto im Chip. Ob zusätzlich zwei Fingerabdrücke im Ausweis gespeichert werden, können die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden.

Welche Daten sind im elektronischen Reiseausweis (eReiseausweis) gespeichert?

Im Chip des eReiseausweises sind personen- und dokumentenbezogene Daten gespeichert:

  • personenbezogen: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht, Staatsangehörigkeit,
  • dokumentenbezogen: Seriennummer, ausstellender Staat, Dokumententyp, Gültigkeitsdatum.

Außerdem sind im Chip des eReiseausweises so genannte biometrische Daten gespeichert:

  • im eReiseausweis der ersten Generation (Antragsdatum ab 01. November 2007): das digitale Lichtbild, im eReiseausweis der zweiten Generation (Antragsdatum ab 29. Juni 2009): das digitale Lichtbild und zwei Fingerabdrücke.

Was passiert bei langfristigen medizinischen Einschränkungen, Behinderungen oder Amputationen bei ePässen?

Bei dauerhaften medizinischen Einschränkungen, die nicht binnen drei Monaten überwunden sind, wird ein regulärer ePass ausgestellt.

Je nach Situation wird in diesen Fällen nur ein bzw. kein Fingerabdruck im Chip gespeichert.

Wie werden die Fingerabdrücke für den ePass aufgenommen?

Für den ePass werden zwei Fingerabdrücke benötigt. Die Abdrücke werden bei der Passbeantragung in der Passbehörde mithilfe von Scannern aufgenommen.

Wenn man den Finger auf die Glasscheibe legt, wird der Fingerabdruck sekundenschnell elektronisch erfasst – ganz ohne Stempelfarbe oder andere Hilfsmittel.

In der Regel werden die beiden Zeigefinger jeweils dreimal hintereinander erfasst. Die Software wählt dann vor Ort automatisch den besten Abdruck aus. Wenn nötig, können auch andere als die Zeigefinger verwendet werden. Die kleinen Finger werden dabei niemals herangezogen. Normalerweise dauert der Passantragsprozess nur wenig länger als vor Einführung der Fingerabdrücke.

Werden auch von Kindern die Fingerabdrücke aufgenommen?

Nein. Ab 1. November 2007 gilt: Ein ePass mit Fingerabdrücken wird im Regelfall für Jugendliche ab zwölf Jahren ausgestellt. Nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern wird für ein Kind ein ePass ausgestellt. Auch dann werden allerdings bei Kindern unter sechs Jahren keine Fingerabdrücke aufgenommen.

Wie sehen die Fingerabdruck-Scanner aus?

Ab 1. November 2007 sind in den Passbehörden in Deutschland zwei unterschiedliche Gerätetypen im Einsatz.

Die nachfolgende Abbildung zeigt beide Scanner-Typen sowie Utensilien zur regelmäßigen Säuberung der Auflagefläche.

Kann auf Wunsch auch ein ePass ohne Fingerabdrücke ausgestellt werden?

Ab 1. November 2007 ist die Fingerabdruckerfassung bei Passanträgen gesetzlich vorgeschrieben.

Wenn der Passantragsteller die Fingerabdrücke nicht abgibt, kann kein Reisepass ausgestellt werden.

Wie werden die Fingerabdrücke für den ePass aufgenommen?

Entscheidend ist der voraussichtliche Zeitpunkt der Genesung. Bei vorübergehenden medizinischen Einschränkungen (z. B. Hand oder Arm in Gips), die innerhalb von drei Monaten vergehen, muss der ePass zu einem späteren Zeitpunkt beantragt werden. Falls kurzfristig ein Reisedokument benötigt wird, kann ein vorläufiger Reisepass ausgestellt werden.

Was ist bei Fotos für den ePass zu beachten?

Mit dem elektronischen Reisepass wurden am 1. November 2005 neue, für biometrisch unterstützte Kontrollen erforderliche Passbildvorgaben eingeführt. Sie basieren auf den Spezifikationen der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und der für die Normung von Reisedokumenten zuständigen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO).

Diese Fotos neuen Typs werden nicht im Halbprofil, sondern frontal aufgenommen. Weitere Anforderungen sind in einer Foto-Mustertafel zusammengestellt und mit Beispielen für biometrietaugliche und ungeeignete Bilder illustriert. Außerdem steht eine Passbild-Schablone und in Passbehörden zusätzlich eine Prüfsoftware zur Verfügung.

Zur Erleichterung für Bürgerinnen und Bürger sind die neuen Vorgaben auf Wunsch auch für andere Dokumente anwendbar (z.B. für Personalausweise).

Die Entscheidung über die Zulassung eines Fotos für den ePass trifft die jeweilige Passbehörde. Dabei werden auch Ausnahmefälle (z.B. aus medizinischen Gründen) geprüft. Die Behörden sind verpflichtet, Lichtbilder, die nicht den Anforderungen entsprechen, zurückzuweisen. Die wichtigsten Anforderungen an ein biometrietaugliches Passfoto lauten:

  1. Das Gesicht muss frontal aufgenommen worden sein.
  2. Die Gesichtshöhe muss den Vorgaben der Foto-Mustertafel und Passbild-Schablone entsprechen.
  3. Die Augen müssen offen und deutlich sichtbar sein sowie in etwa auf gleicher Höhe im vorgegebenen Bereich liegen.
  4. Das Gesicht muss insgesamt zentriert auf dem Bild wiedergegeben sein.

Kopfhaare müssen nicht komplett abgebildet sein. Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind erlaubt.

Wo können die neuen Foto-Mustertafeln und Schablonen bestellt werden?

Bestellungen sind über einen ausreichend frankierten und adressierten DIN A4-Rückumschlag (Rückporto 1,45 EUR) möglich:

Bundesdruckerei GmbH
Stichwort Foto-Mustertafel & Schablonen
Oranienstraße 91
10969 Berlin

Gelten für Kinderbilder dieselben Anforderungen wie für die Passfotos von Erwachsenen?

Nein. Für Kinder unter zehn Jahren gelten weniger strenge Anforderungen. Abweichungen sind bei der Gesichtshöhe und im Augenbereich, bei Säuglingen und Kleinkindern zusätzlich bei Kopfhaltung und Gesichtsausdruck sowie den Augen und der Blickrichtung zulässig. Auch für Kinder ist jedoch eine „Frontalaufnahme“ vorgeschrieben. Nähere Einzelheiten sind der Foto-Mustertafel und der Passbild-Schablone für Kinder zu entnehmen.

Welche Staaten haben Zugriff auf die Daten im Chip?

Wenn Sie an der Grenzkontrolle eines ausländischen Staates ihren ePass abgeben, können die Beamten auf die im Chip gespeicherten Textdaten (Name, …) und das Passfoto zugreifen, soweit sie über entsprechende Lesegeräte verfügen. Ohne Aushändigung des ePasses durch Sie ist der Zugriff auf die Daten im Chip nicht möglich.

Für das Auslesen der Fingerabdrücke benötigen ausländische Staaten darüber hinaus eine ausdrückliche Berechtigung. Deutschland wird für jeden Staat im Einzelfall entscheiden, welches Land zum Auslesen der Fingerabdrücke aus dem deutschen Reisepass ermächtigt werden soll.

Was passiert, wenn der Chip im ePass defekt ist?

Jeder ePass, der vom Passproduzenten hergestellt wurde, wird vor Übergabe an die zuständige Passbehörde geprüft, sodass nur voll funktionstüchtige Pässe ausgegeben werden.

Der Passinhaber kann sich an den ePass-Lesegeräten in den Passbehörden die auf dem Chip gespeicherten Daten anzeigen lassen und sich dabei von der Funktionstüchtigkeit seines Reisepasses überzeugen.

Sollte der Chip defekt sein, behält das Passdokument trotzdem seine Gültigkeit. In diesem Fall gilt auch hier: Ob und gegebenenfalls mit welchen Kontrollmaßnahmen betroffene Personen zu rechnen haben, richtet sich nach den Einreisebestimmungen des Ziellandes.

Wie wird sich die Grenzkontrolle mit dem ePass verändern?

Da alte Pässe ihre vorgesehene Gültigkeit behalten, werden zunächst nur wenige Bürgerinnen und Bürger an den Grenzen mit einem ePass erscheinen.

Biometrisch unterstützte Grenzkontrollen werden von der Bundespolizei deshalb stufenweise realisiert:

In einem ersten Schritt werden die im Chip enthaltenen personenbezogenen und biometrischen Daten ausgelesen und maschinell geprüft. Hierbei wird auch das im Chip enthaltene Passbild aufgrund seiner besseren Qualität für die übliche Sichtkontrolle genutzt. Der Abgleich eines am Kontrollpunkt aufgenommenen Fotos bzw. Fingerabdrucks mit dem Referenzbild bzw. -abdruck im ePass-Chip erfolgt in einem weiteren Schritt.

Beim Überprüfungsvorgang werden keine Daten gespeichert.

Müssen ePass-Inhaber mit Problemen bei der Reise rechnen, wenn sie über "schwache" bzw. überhaupt keine Fingerabdrücke verfügen?

Unabhängig von der Chip-/Biometriefunktion ist der ePass ein gültiges Reisedokument.

"Schwache" Fingerabdrücke sind nichts Ungewöhnliches und werden schon bei erstmaliger Aufnahme der Abdrücke in der Passbehörde erkannt. Im ePass wird neben den Fingerabdruckbildern ihr Qualitätswert gespeichert, sodass langfristige Einschränkungen, z. B. aus medizinischen Gründen, für den Kontrollbeamten später erkennbar werden.

Ob und gegebenenfalls mit welchen Kontrollmaßnahmen betroffene Personen zu rechnen haben, richtet sich nach den Einreisebestimmungen des Ziellandes. Als Alternative zur Kontrolle der Fingerabdrücke steht das Foto im Chip zur Verfügung.

Kann auf die Grenzkontrollbeamtinnen und -beamten zukünftig verzichtet werden?

Nein. Der Abgleich mit den im ePass gespeicherten Biometriedaten wird die herkömmliche Grenzkontrolle ergänzen, nicht ersetzen.

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