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Öffentlicher Dienst Geoinformation Artikel Fer­ner­kun­dung - Ent­schei­dungs­hil­fe von Oben

Der Bedarf an aktuellen Geoinformationen für Entscheidungen in der öffentlichen Verwaltung steigt stetig an. Über Fernerkundungssysteme können solche Geoinformationen kurzfristig beschafft werden.

Mit Fernerkundungs- oder Erdbeobachtungsdaten sind insbesondere Satelliten- oder Luftbilder gemeint. Unsere Erde wird ständig von Satelliten umkreist, die regelmäßig Bilder aus allen Teilen der Erde senden.

Fernerkundungsgestützte Informationen werden in vielen Bereichen eingesetzt, beispielsweise in den Geowissenschaften, in der Meteorologie oder der Archäologie, der Infrastrukturplanung, der Analyse von Landnutzungsveränderungen oder der Dokumentation von Auswirkungen des Klimawandels.

Insbesondere für Aufgaben im Bevölkerungsschutz stellen Analysen mit Hilfe von Satellitendaten eine wichtige Methode dar, um aktuelle Informationen über ein Schadensgebiet zu erhalten. Auch im Sicherheitsbereich bieten sich viele Anwendungsfelder, denn insbesondere in Gefahrsituationen ist es erforderlich, schnell auf aktuelle Daten über Deutschland oder andere Weltregionen zugreifen zu können. Zur Unterstützung von Einsatzkräften können Luft- und Satellitenbilder zudem mit anderen Fachinformationen angereichert werden, um Lage- oder Schadenskarten zu generieren.

Innovative Kooperation zwischen Staat und Wissenschaft

Um Fernerkundungsprodukte in der Aufgabenerfüllung der Verwaltung verstärkt einsetzen zu können, ist das Bundesministerium des Innern eine innovative Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eingegangen und nutzt Satellitenbildkarten des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) in seinem Geschäftsbereich.

Bereits 2004 wurde das ZKI beim DLR in Oberpfaffenhofen gegründet, um im Rahmen von Forschungsvorhaben Dienstleistungen für die schnelle Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Fernerkundungsdaten über weltweite Ereignisse zu entwickeln und anzubieten. Die Forschungsprodukte haben sich im Einsatz bewährt und sollen auch zukünftig für ein bestmögliches Management von Katastrophen in den Bundesbehörden eingesetzt werden.

Das ZKI steht rund um die Uhr für Produktabrufe der verschiedenen Nutzer zur Verfügung und ist dabei eng mit dem Forschungsbetrieb am DLR verzahnt. So können neue Erkenntnisse aus dem forschenden DLR genutzt werden, um die Produkte weiter zu optimieren und neue Anforderungen komplexer Schadenslagen zu bewältigen und so das angebotene Produktportfolio zu erweitern.

Copernicus - Das Europäische Erdbeobachtungsprogramm

Mit dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus (früher GMES) schafft die Europäische Union (EU) zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sowie den europäischen und nationalen Systemen eine unabhängige und leistungsfähige europäische Infrastruktur für die Erdbeobachtung. Unter dem Dach von Copernicus werden europaweit satellitengestützte und vor Ort gewonnene Geoinformationen der Mitgliedstaaten gebündelt.

Copernicus soll auch im nationalen Rahmen einen hohen Nutzen entfalten und neue Impulse insbesondere für die Aufgabenbewältigung der Verwaltung sowie das Wachstum der Wirtschaft ermöglichen. In sechs sogenannten Copernicus Kerndiensten werden qualitativ hochwertige Geodaten zur Verfügung gestellt. Drei dieser sechs Kerndienste - in den Bereichen Landüberwachung, Katastrophen- und Krisenmanagement sowie Sicherheit - werden im BMI und Geschäftsbereich koordiniert.

Die über Copernicus bereitgestellten Geoinformationen sind außerdem integrativer Bestandteil der GDI-DE.

National und europäisch – Hand in Hand

Das ZKI ist als Dienstleister im europäischen Copernicus Dienst für Katastrophen- und Krisenmanagement eingebunden. Darüber hinaus bietet es maßgeschneiderte Weiterentwicklungen und Spezialprodukte für deutsche Nutzer an und steht als Ansprechpartner für Beratung zu Aktivierungen bereit.

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