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Im November 2007 wurde in Deutschland der elektronische Reiseausweis für Ausländer, für Flüchtlinge und für Staatenlose (eReiseausweis) eingeführt.

Der elektronische Reiseausweis enthält seit November 2007 ein digitales Lichtbild. Ab dem 29. Juni 2009 wird der eReiseausweis der zweiten Generation ausgegeben, bei dem als zusätzliches biometrisches Merkmal zwei Fingerabdrücke im Chip gespeichert werden.

Mit der neuen Technologie wird ein Höchstmaß an Fälschungssicherheit und Schutz vor Dokumentenmissbrauch erreicht.

Warum werden elektronische Reiseausweise eingeführt?

Mit der Einführung von eReiseausweisen soll, wie bereits beim eReisepass für deutsche Staatsangehörige, die Identitätsfeststellung des jeweiligen Inhabers deutlich verbessert und beschleunigt werden. Darüber hinaus wird mithilfe der gespeicherten Ausweisdaten und den biometrischen Daten auf dem im eReiseausweis befindlichen Chip sowohl eine Nutzung durch eine unberechtigte Person als auch eine Fälschung oder Verfälschung des eReiseausweises verhindert.

Ausländische Mitbürger haben in den Ausländerbehörden die Möglichkeit, die in ihrem eReiseausweis-Chip gespeicherten Daten an speziellen Anzeigegeräten, den ePass-Lesern, einzusehen.

Art und Umfang der Daten im eReiseausweis-Chip

Die im Chip des eReiseausweises gespeicherten Daten entsprechen denen des Deutschen Reisepasses. Es sind u. a. folgende personen- und dokumentenbezogene Daten gespeichert:

  • personenbezogen: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht und Staatsangehörigkeit
  • dokumentenbezogen: Seriennummer, ausstellender Staat, Dokumententyp, Gültigkeitsdatum

Internationale Standards

Der eReiseausweis ist ein Passersatzpapier und muss daher gewährleisten, dass bei einer Kontrolle überprüft werden kann, ob derjenige, der den Ausweis vorlegt, auch tatsächlich der Ausweisinhaber ist. Beim eReiseausweis ist neben der herkömmlichen (d. h. optischen) Überprüfung ein maschineller 1:1-Abgleich möglich. Dies ist der wichtigste Grund für die Einführung von Chiptechnik und Biometrie in Personaldokumenten. Um diesen maschinellen Abgleich zu ermöglichen, muss der Chip im eReiseausweis bei Kontrollen auslesbar sein. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Die Lösung, die beide Ansprüche erfüllt, wurde in internationalen und europäischen Gremien abgestimmt und geregelt. Beispielsweise werden die im Chip gespeicherten Daten elektronisch signiert, so dass sie nicht unbemerkt verändert werden können. Zusätzlich wird der Chip unmittelbar nach der Personalisierung für weitere Schreibzugriffe gesperrt. Darüber hinaus wurden technische Mechanismen für den Zugriffschutz auf die Daten im Chip EU-weit verbindlich festgelegt.

Funktionsweise des Zugriffschutzes

Der Ablauf bei behördlichen Kontrollen (d. h. befugtem Zugriff) ist folgender: Der eReiseausweis-Inhaber kommt in eine Kontrolle und händigt sein Dokument dem Kontrollbeamten aus. Dieser schlägt den eReiseausweis auf und scannt die maschinenlesbare Zone (kurz: MRZ) der Passkarte ein. Die MRZ enthält Vor- und Nachnamen des Ausweisinhabers, Geburtsdatum, Ausweisnummer und Ablaufdatum des Dokumentes. Aus den letzten drei Angaben wird ein Schlüssel generiert, den das Lesegerät dem eReiseausweis übermittelt, um vom Chip die gespeicherten Daten zu erhalten. D. h.: Werden dem eReiseausweis-Chip Geburtsdatum, Ausweisnummer und Ablaufdatum übermittelt, gibt er seine Daten frei.

Zusätzlicher Schutz der Fingerabdrücke

Unabhängig vom schon jetzt hohen Sicherheitsstandard sollen die vorgesehenen Fingerabdrücke als besonders sensible persönliche Daten noch einmal speziell geschützt werden. Deshalb hat sich die Bundesrepublik Deutschland für einen zusätzlichen Schutzmechanismus eingesetzt und diesen unter Federführung von Bundeskriminalamt und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in den entsprechenden europäischen Gremien entwickelt.

Beim elektronischen Reiseausweis der zweiten Generation kommt dieser zusätzliche Zugriffschutz zum Tragen: Nur Staaten, die von Deutschland spezielle Zugriffsberechtigungen erhalten, können auf die Fingerabdrücke im Chip zugreifen.

Bürger-Service zum eReiseausweis:

Für

  • allgemeine und rechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Ausländerbehörde
  • Technische Fragen beantwortet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), unter
    Telefon: 01805 274-300 (8 – 17 Uhr für 14 Cent pro Minute) oder
    E-Mail: ePass@bsi.bund.de

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