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Migration und Integration Einbürgerung Artikel Ein­bür­ge­rung

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht bietet Personen, die dauerhaft in Deutschland leben, ohne die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen, unter bestimmten Voraussetzungen die Einbürgerung an.

Die Einbürgerung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer gelungenen Integration, da sie dem Zuwanderer von der politischen Partizipation bis zur rechtlichen Gleichstellung zahlreiche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe bietet.

Durch die Einbürgerung werden Sie gleichberechtigte Bürgerin oder gleichberechtigter Bürger unseres Landes mit allen Rechten und Pflichten als Staatsbürger.

Sie können dann in den Gemeinden, in den Ländern und auf Bundesebene wählen. Sie können auch selbst für ein Parlament kandidieren und damit Ihre Interessen aktiv vertreten.

Sie können in Deutschland Ihren Beruf frei wählen. Sie gehören dann auch zur Europäischen Union, genießen Freizügigkeit in Europa und können auch außerhalb unseres Kontinents ohne Visum in viele Länder reisen.

Einbürgerung als Teil gelungener Integration

Gleichzeitig geht von dem Angebot zur Einbürgerung ein Signal für die Akzeptanz des Zuwanderers durch die deutsche Gesellschaft aus. Mit der deutschen Staatsangehörigkeit erwerben die Eingebürgerten eine Reihe von Rechten:

  • Allgemeines Wahlrecht
  • Erlangung der sog. Deutschengrundrechte (Art. 8 GG Versammlungsfreiheit, Art. 9 Abs. 1 GG Vereinigungsfreiheit, Art. 11 GG Freizügigkeit, Art. 12 GG Berufsfreiheit)
  • Unverwirkbares Aufenthaltsrecht
  • Zugang zum Beamtenstatus
  • EU-Freizügigkeit
  • Konsularischer Schutz im Ausland
  • Visafreiheit in vielen Ländern der Welt

Einbürgerungsvoraussetzungen

Wer seit acht Jahren dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland lebt, hat unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Einbürgerung. Einbürgerungsvoraussetzungen sind grundsätzlich:

  • unbefristetes Aufenthaltsrecht zum Zeitpunkt der Einbürgerung,
  • Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit,
  • Nachweis über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland (Einbürgerungstest),
  • eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts,
  • mündliche und schriftliche deutsche Sprachkenntnisse der Stufe B 1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen,
  • keine Verurteilung wegen einer Straftat,
  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes.

Die Einbürgerungsgebühr beträgt 255 Euro pro Person. Für minderjährige Kinder, die mit ihren Eltern zusammen eingebürgert werden, sind 51 Euro zu bezahlen.

Bei den Einbürgerungsvoraussetzungen und den Einbürgerungsgebühren gibt es jedoch für bestimmte Personengruppen Ausnahmen und Erleichterungen. Hierüber und über das Einbürgerungsverfahren insgesamt können Sie sich im Rahmen einer individuellen Beratung bei Ihrer zuständigen Einbürgerungsbehörden informieren.

Welche Behörde für ihre Einbürgerung zuständig ist, können Sie bei der Stadt- oder Kreisverwaltung, bei der Ausländerbehörde oder der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer oder den Jugendmigrationsdiensten erfahren. Für dauerhaft im Ausland lebende Personen ist das Bundesverwaltungsamt in Köln zuständig. Erster Ansprechpartner kann hier die örtlich zuständige deutsche Auslandsvertretung (Botschaft, Generalkonsulat oder sonstige konsularische Stelle) sein.

Einbürgerungstest

Die für eine Einbürgerung erforderlichen Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland werden in der Regel durch den Einbürgerungstest nachgewiesen. Der Test besteht aus 33 Fragen, davon 3 landesbezogene Fragen, die nur für das jeweilige Bundesland zu beantworten sind. Bei jeder Frage müssen Sie aus vier möglichen Antworten die richtige auswählen. Wenn Sie mindestens 17 Fragen richtig beantworten, haben Sie den Test bestanden. In den letzten Jahren haben weit über 90 % der Teilnehmer den Test bestanden. Sie müssen keinen Test ablegen, wenn sie noch keine 16 Jahre alt sind oder die Anforderungen wegen Krankheit, Behinderung oder altersbedingt nicht erfüllen können. Ebenfalls vom Einbürgerungstest befreit ist, wer über einen deutschen Schulabschluss verfügt oder einen erfolgreichen Abschluss eines Studiums an einer deutschen Hochschule in den Bereichen Rechts-, Gesellschafts-, Sozialwissenschaften, Politik- oder Verwaltungswissenschaften nachweisen kann.

Im Online-Testcenter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge können Sie probeweise einen Mustertestbogen ausfüllen. Wenn Sie alle Fragen beantwortet haben, wird angezeigt, welche Fragen richtig beantwortet wurden. Anschließend können Sie sich die richtigen Lösungen mit kurzen Hintergrundinformationen anschauen. Sie können online auch einen interaktiven Fragenkatalog bearbeiten. Nach der Bearbeitung jeder Frage bekommen Sie die richtige Antwort angezeigt.

Der Onlinetest des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist kostenlos. Jedoch bieten auch viele private Internetseiten Vorbereitungen auf den Einbürgerungstest an. Der Hinweis auf die Kosten versteckt sich oft im Kleingedruckten am Seitenrand oder Seitenende. Lesen Sie deshalb immer die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters sehr genau.

Zusatzinformationen

Artikel Optionspflicht

Seit dem 1. Januar 2000 erwerben in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern unter bestimmten Bedingungen mit ihrer Geburt in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit. Verbunden ist dieser Geburtsorterwerb mit der sog. Optionspflicht.

Mehr: Optionspflicht …

Artikel Staatsangehörigkeit

Durch die Staatsangehörigkeit wird das Staatsvolk bestimmt. Ihr kommt damit im Staatsrecht einheits- und staatsbildende Funktion zu.

Mehr: Staatsangehörigkeit …

Broschüre

Deckblatt der Broschüre: Das staatsangehörigkeitsrechtliche Optionsverfahren

Was in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern wissen müssen, wenn sie volljährig werden.

Vorlesen(Dokument mit ReadSpeaker vorlesen)

Alle Informationen zum Thema Migration und Integration

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Audio | 17.10.2014Pressestatement des Bundesinnenministers zum Sondertertreffen der Innenminister und -senatoren des Bundes und der Länder
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17.10.2014Migration und Integration - Aufenthaltsrecht, Migrations- und Integrationspolitik in Deutschland

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