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Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Artikel Hu­ma­ni­täre Auf­nah­me­pro­gram­me des Bun­des

Durch verschiedene humanitäre Aufnahmeprogramme für Flüchtlinge trägt der Bund der humanitären Verantwortung Deutschlands Rechnung. Dazu gehören derzeit das deutsche Resettlement-Programm sowie drei humanitäre Aufnahmeprogramme für besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge.

Resettlement

Im Rahmen des deutschen Resettlement-Programms wird seit 2012 jährlich ein Kontingent besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge, die sich in Erstaufahmestaaten aufhalten und dort weder eine positive Zukunftsperspektive noch eine Rückkehrperspektive haben, dauerhaft in Deutschland aufgenommen. In den ersten drei Jahren wurden im Pilotprojekt jeweils 300 Personen aufgenommen.

2012 wurden in diesem Rahmen afrikanische Flüchtlinge aus Tunesien sowie Iraker aus der Türkei aufgenommen. 2013 wurden alle Resettlement-Flüchtlinge aus der Türkei aufgenommen; dabei handelt es sich um Iraker, Iraner und Syrer. 2014 wurden Schutzsuchende verschiedenster Staatsangehörigkeiten (z.B. Irak, Somalia, Sri Lanka, China, Afghanistan) sowie Staatenlose aus Syrien und aus Indonesien aufgenommen. Das Pilotprojekt wurde Ende 2014 erfolgreich abgeschlossen.

Das deutsche Resettlement-Programm wird seit 2015 unbefristet fortgeführt. Ab 2015 werden 500 Aufnahmeplätze jährlich bereitgestellt.
Im Jahr 2015 erfolgte die Aufnahme aus den Erstaufnahmestaaten Ägypten und Sudan. Es wurden eritreische, somalische, sudanesische, südsudanesische und äthiopische Staatsangehörige sowie Syrer und Iraker aufgenommen. Aus der Gruppe der Staatsangehörigen vom Horn von Afrika wurden auch rund 100 Opfer von Menschenhandel ausgewählt.
In den Jahren 2016 und 2017 erfolgt die Aufnahme von Resettlement-Flüchtlingen im Rahmen eines Resettlement-Pilotprogramms der Europäischen Union. Deutschland hat sich verpflichtet im Rahmen dieses Pilotverfahrens innerhalb von zwei Jahren insgesamt 1.600 Schutzbedürftige aufzunehmen. Dies wird unter Anrechnung des nationalen deutschen Resettlement-Programms erfolgen, so dass in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 800 Resettlement-Flüchtlinge aufgenommen werden. Bei dem ganz überwiegenden Teil der 2016 im Resettlement-Verfahren aufgenommenen und noch aufzunehmenden Flüchtlinge handelt es sich um syrische Flüchtlinge, die im Rahmen des 1:1-Mechanismus der EU-Türkei-Erklärung berücksichtigt wurden bzw. werden.

Information:

"Resettlement" steht für die Neuansiedlung von Flüchtlingen in einem anderen als dem Erstaufnahmestaat.

Alle Resettlement-Flüchtlinge haben ein Registrierungs- und Anerkennungsverfahren des UNHCR durchlaufen. Schutzsuchende, die sich beim UNHCR registrieren, werden dahingehend überprüft, ob für sie eine Rückkehr in die Heimat möglich ist, eine Ansiedlung im Erstaufnahmeland in Frage kommt oder nur das Resettlement in einem weiteren Staat eine Lebensperspektive bietet.

Resettlement-Flüchtlinge erhalten in Deutschland einen Aufenthaltstitel nach § 23 Abs. 4 des Aufenthaltsgesetzes. Diese Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen berechtigt von Anfang an zur Ausübung jeder Erwerbstätigkeit. Die Flüchtlinge haben Anspruch auf Sozialleistungen nach SGB II bzw. SGB XII ("Hartz 4"). Dazu gehört auch eine angemessene Unterkunft. Die Sozialleistungen werden so lange gezahlt, bis die Betroffenen ihren Lebensunterhalt aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können.

Überdies besteht ein Anspruch auf die Teilnahme an Integrationskursen. Wird eine entsprechende Notwendigkeit festgestellt, kann von der Ausländerbehörde oder vom Träger der Grundsicherung auch eine Verpflichtung zur Teilnahme ausgesprochen werden.

Der Bund finanziert eine Migrationsberatung. Die Flüchtlinge werden zudem im Rahmen der durch die Länder bereitgestellten Sozialarbeit bei Behördengängen, bei der Wohnungs- und Jobsuche sowie in anderen Lebensbereichen unterstützt.

Humanitäre Aufnahmeprogramme für insgesamt 20.000 syrische Flüchtlinge

Die humanitäre Lage in Syrien und dessen Anrainerstaaten sowie in Ägypten und Libyen ist weiterhin äußerst angespannt. Der Schwerpunkt der deutschen Flüchtlingshilfe liegt in der Unterstützung der Menschen vor Ort. Die Unterstützung der Bundesregierung seit 2012 beträgt 1,74 Mrd. EUR, davon 830,8 Mio. EUR Humanitäre Hilfe, 798,6 Mio. EUR strukturbildende Übergangshilfe/bilaterale Unterstützung (BMZ) und 113,8 Mio. EUR Krisenbewältigung.
Darüber hinaus hat der Bund bereits drei humanitäre Aufnahmeprogramme für insgesamt 20.000 besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge aufgelegt - das erste im Mai 2013, ein zweites im Dezember 2013 und ein weiteres im Juli 2014.
Die drei Aufnahmeanordnungen des Bundesinnenministeriums von Mai 2013, Dezember 2013 und Juli 2014 sowie die Begleitschreiben stehen Ihnen rechts als pdf-Download zur Verfügung.
Angesichts des Ausmaßes der Flüchtlingskrise und der prekären Situation vieler Flüchtlinge sowie im Sinne europäischer Solidarität hat sich das Bundesministerium des Innern für eine gemeinsame Aufnahmeaktion der EU-Mitgliedstaaten ein. Mit Ratsbeschluss vom 20. Juli 2015 wurde ein EU-Resettlement-Programm für die Jahre 2016 und 2017 mit insgesamt über 20.000 Aufnahmeplätzen ins Leben gerufen. In diesem Rahmen hat sich Deutschland bereit erklärt, unter Anrechnung der jährlichen Quote von 500 Personen im deutschen Resettlement-Programm, 1.600 Personen aufzunehmen. Die entsprechende Aufnahmeanordnung des Bundesinnenministeriums vom Mai 2016 steht Ihnen rechts als pdf-Download zur Verfügung.

Aktuelle Zahlen:

Mit Stand 31. Dezember 2015 sind insgesamt rund 336.000 syrische Staatsbürger seit Beginn des Konflikts nach Deutschland eingereist, davon etwa 228.000, die einen formellen Asylantrag gestellt haben. Jeden Monat gibt es zahlreiche neue Asylanträge.
In Deutschland leben derzeit rund 367.000 syrische Staatsangehörige.
Die drei humanitären Aufnahmeprogramme des Bundes für 20.000 syrische Flüchtlinge sind abgeschlossen.

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Video | 23.06.2016"Bei dieser Aufgabe brauchen wir Herz und Verstand"
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25.11.2015Willkommen in Deutschland - Zusatzinformationen für Spätaussiedler, Добро пожаловать в Германию – Дополнительная информация для поздних переселенцев
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