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Die christlichen Kirchen prägen das Menschenbild und die Wertvorstellungen der Menschen in Deutschland seit Jahrhunderten.

Christliche Kirchen

Die Christlichen Kirchen sind historisch bedingt die bedeutendsten Religionsgemeinschaften in Deutschland. Sie haben seit Jahrhunderten das Menschenbild und die Wertvorstellungen der Menschen in Deutschland und Europa nachhaltig geprägt. Ihre daraus erwachsene gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung wird von der Bundesregierung anerkannt. Sie legt deshalb Wert auf die Konsultierung kirchlicher Vertreter in zahlreichen politischen Fragen, in denen es vor allem um ethische und soziale Themen geht (z.B. Gentechnik oder Asyl- und Ausländerpolitik).
Die christlichen Kirchen sowie ihre Mitglieder beteiligen sich aktiv an den gesellschaftspolitischen Diskussionen in unserer Gesellschaft. Wichtige Foren dafür sind u. a. die regelmäßig von den Kirchen und ihren Laienorganisationen veranstalteten Kirchentage. Da religiöse Glaubensüberzeugungen wichtige Quellen für die Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft sind, haben diese Veranstaltungen eine große gesellschaftspolitische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesministerium des Innern mit Haushaltsmitteln den im Zweijahreswechsel stattfindenden "Deutschen Evangelischen Kirchentag" - sowie den "Katholikentag". Auch die beiden Ökumenischen Kirchentage in den Jahren 2003 und 2010 sind vom Bundesministerium des Innern unterstützt worden.
Die größten christlichen Kirchen in Deutschland sind die katholische Kirche, die evangelische Kirche sowie die orthodoxe Kirche.

Darüber hinaus gibt es eine große Zahl kleiner christlicher Kirchen und Gemeinschaften (vgl. Liste Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften)

Katholische Kirche

Die katholische Kirche in Deutschland ist Teil der römisch-katholischen Weltkirche. Ihr gehören in Deutschland laut Zensus 2011 24,7 Mio. Menschen oder 30,8 Prozent der Gesamtbevölkerung an. Organisatorisch besteht sie aus 27 Bistümern mit rund 12 000 Gemeinden.
Zur Wahrnehmung ihrer gemeinsamen Aufgaben haben sich die Bischöfe in Deutschland zur Deutschen Bischofskonferenz zusammengeschlossen. Nach außen hin wird sie durch ihren gewählten Vorsitzenden repräsentiert. Die Deutsche Bischofskonferenz ist mit ihrem Sekretariat in Bonn ansässig. Das Kommissariat der Deutschen Bischöfe, im Untertitel auch als "Katholisches Büro in Berlin" bezeichnet, ist die Verbindungsstelle der katholischen deutschen Bischöfe zu den Verfassungsorganen der Bundesrepublik Deutschland in Berlin.
In enger Verbindung mit der katholischen Kirche haben sich Vertreter katholischer Verbände und Laien im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammengeschlossen. Das ZdK ist u. a. Initiator und Veranstalter des Deutschen Katholikentages.

Evangelische Kirche

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist ein Zusammenschluss von 20 selbstständigen lutherischen, unierten und reformierten Gliedkirchen (Landeskirchen). Sowohl die EKD als auch die Landeskirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Laut Zensus 2011 sind 24,3 Mio. Menschen oder 30, 3 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands Mitglied der evangelischen Kirche.

Die EKD nimmt die ihr in der kirchlichen Verfassung übertragenen Aufgaben durch ihre Leitungsgremien wahr. Zu den demokratisch verfassten und gewählten Gremien gehören Synode, Rat und Kirchenkonferenz.

Die Synode ist das kirchenleitende und gesetzgebende Gremium der EKD. Ihr gehören 126 Mitglieder an. Sie tritt einmal jährlich zu einer mehrtägigen Sitzung zusammen. Sie wird vom Präsidium geleitet, an deren Spitze der oder die Präses steht.

Der Rat ist das Leitungsgremium der EKD, das aus 15 Mitgliedern besteht. Aus seiner Mitte und auf Vorschlag der Ratsmitglieder wählen Synode und Kirchenkonferenz einen Vorsitzenden. Die Amtszeit des oder der Vorsitzenden beträgt sechs Jahre.

Die Kirchenkonferenz wird von den Leitungen der 20 Gliedkirchen gebildet. Je nach Größe der Gliedkirchen haben diese ein oder zwei Stimmen. Die Kirchenkonferenz hat die Aufgabe, den Rat und die Gliedkirchen zu beraten. Sie wirkt bei der Gesetzgebung und der Wahl des Rates mit. Vorsitzender der Kirchenkonferenz ist der oder die Ratsvorsitzende der EKD.
Als Ansprechpartner für den Bund (Bundestag, Bundesregierung) und für die Europäische Union vertritt der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union mit einem Büro in Berlin und Brüssel die Interessen der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Orthodoxe Kirche

Die 1,5 Millionen orthodoxen Christen sind nach den Angehörigen der katholischen und der evangelischen Kirche die drittgrößte christliche Gemeinschaft in Deutschland. Es handelt sich zum größten Teil um Zuwanderer und deren Nachkommen, die griechischer, russischer, serbischer, rumänischer, bulgarischer, georgischer und ukrainischer Herkunft sind.
Im Februar 2010 haben die orthodoxen Bischöfe einstimmig die Gründung einer "Orthodoxen Bischofskonferenz, Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland", beschlossen. Ihr gehören die griechisch-orthodoxe Kirche, die russisch-orthodoxe Kirche, die serbisch-orthodoxe Kirche, die rumänisch-orthodoxe Kirche, die bulgarisch-orthodoxe Kirche sowie die georgisch-orthodoxe Kirche an.
Die Orthodoxe Bischofskonferenz spricht und handelt einheitlich für alle in Deutschland vertretenen orthodoxen Diözesen. Der Orthodoxen Bischofskonferenz gehören zehn Diözesan- und sechs Weihbischöfe an. Der Vorsitzende ist der griechisch-orthodoxe Metropolit des Ökumenischen Patriachats. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Dortmund.

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