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Gesellschaft und Verfassung Gesellschaftlicher Zusammenhalt/Ehrenamt Artikel Sport + Po­li­tik ver­ein(t) ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus

"Fouls von Rechtsaußen stoppen" ist Ziel der gemeinsamen Kampagne von Sport und Politik

Fouls von Rechtsaußen grenzen Menschen aus, beleidigen und verletzen sie – seelisch ebenso wie körperlich. Und doch gibt es in unserer Gesellschaft diese Fouls von Rechtsaußen, gibt es Diskriminierungen und Attacken auf Menschen, nur weil sie anderer Herkunft sind, anders glauben, aussehen oder anders leben.

Auch der Sport als Freizeitbeschäftigung Nr.1, insbesondere der organisierte Sport mit seinen ca. 91.000 Vereinen, ist davon betroffen. Rechtsextreme gründen nicht nur eigene Vereine oder organisieren Turniere und Sportfreizeiten, sie werden auch ehrenamtlich in Sportvereinen tätig und trainieren dort Kinder und Jugendliche.

Um hiergegen erfolgreich vorzugehen, ist ein gemeinsames, vernetztes Handeln nötig, bei dem es sowohl darum geht, vorbeugend tätig zu werden, als auch, bei Problemen sofort zu reagieren.
Sport und Politik haben deshalb im Januar 2011 die gemeinsame Initiative "Foul von Rechtsaußen – Sport und Politik verein(t) für Toleranz, Respekt und Menschenwürde" gestartet.

Träger der Kampagne: "Sport" und "Politik":

Träger der Kampagne sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Deutsche Sportjugend (dsj), der Deutsche Fussball-Bund (DFB), Landessportbünde, das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die Bundeszentrale für politische Bildung, (BpB), das Bündnis für Demokratie und Toleranz, die Sportministerkonferenz (SMK) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB).

Ziele der Kampagne: Positionierung, Problemlösung, Prävention:

Die Kampagne richtet sich vor allem an Sportvereine, denn dort ist rund die Hälfte aller 16- bis 25-Jährigen aktiv. Das macht die Vereine für Rechtsextremisten interessant. Es gibt aber auch den Sportvereinen die große Chance, etwas gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu tun. Vereine, die diese Chance nutzen, erfüllen damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, bei der sie Unterstützung brauchen. Ein offenes Vereinsklima, das frei von Diskriminierung ist, nützt aber auch den Vereinen selbst, denn es ist die Basis für ein faires Miteinander im Sport und im Vereinsleben. "Fouls von Rechtsaußen" zu stoppen, ist deshalb im Interesse von Sport und Politik.

Sportvereine haben viele Möglichkeiten, aktiv zu werden und können auch mit geringen finanziellen und personellen Mitteln etwas bewirken. Sie können in ihrem öffentlichen Auftritt und in ihren Satzungen deutlich machen, dass sie keinerlei Diskriminierung und Ausgrenzung dulden. Rassistische oder diskriminierende Vorfälle können und sollen sie benennen und dagegen vorgehen, statt wegzusehen oder sie zu verharmlosen. Durch engagierte Vereinsarbeit können sie außerdem Kindern und Jugendlichen vorleben und vermitteln, wie wichtig Respekt, Toleranz, Anerkennung und die Achtung der Menschenwürde sind.

Die Kampagne will die Sportvereine hierzu ermutigen, informieren und dazu beitragen, dass es flächendeckend Ansprechpartner und Unterstützungsangebote gibt, die dann auch genutzt werden. Um dies zu befördern und zu koordinieren, wurde ein Beratungsnetzwerk gegründet, in dem alle Träger der Kampagne und weitere Experten zusammengeschlossen sind. Dessen Arbeit liegt ein Handlungskonzept mit Empfehlungen zugrunde, die nun umgesetzt werden sollen.

Dabei geht es insbesondere um Dreierlei:

  • Sensibilisierung der Vereine für Versuche rechtsextremistischer Einflussnahme und Unterwanderung;
  • Sportvereine und Sportverbände zu motivieren, aktiv zu werden gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung und
  • die präventiven Möglichkeiten, vor allem in der Jugendarbeit, zu nutzen.

Handlungsempfehlungen des Konzepts

Wichtige, im Handlungskonzept enthaltene Maßnahmen, die teilweise bereits umgesetzt wurden, sind u.a.:

  • Aufbau einer Internetplattform, um Sportverbänden, Vereinen und deren Mitgliedern umfassende Informationen über Rechtsextremismus und seine Bekämpfung auf einfachem Wege und sportspezifisch zugänglich zu machen: www.sport-mit-courage.de und für Jugendliche: www.mach-den-unterschied.de (aus dem Förderprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundesinnenministeriums)
  • Benennung von Ansprechpartnern für das Thema in allen Landessportbünden und Sportfachverbänden und idealerweise in den Sportvereinen, soweit dort möglich;
  • Verbandsinterne Beratungsstrukturen,
  • Vernetzung mit externen Beratungs- und Coaching-Angeboten.
  • Schulung von Ansprechpartnern und sonstigen Multiplikatoren, die insbesondere in die Landessportjugenden und Sportfachverbände hinein für weitergehende Sensibilisierung sorgen,
  • ergänzende Lehrgänge / Fortbildungsbausteine zu dem Thema im Rahmen der Übungsleiter- /und Traineraus- und –weiterbildung.
  • Die Schaffung eines „Gütesiegels“, um Befassung der Vereine mit dem Thema und um eine klare Positionierung der Vereine gegen Rechtsextremismus zu erreichen.

Der Kampagne ein Gesicht verleihen: Plakate und Spots mit Sportler/-innen

Die Kampagne wird öffentlichkeitswirksam begleitet: Mit Plakaten, Bannern Postkarten und Spots unterstützen Spitzensportlerinnen und Sportler die gemeinsame Initiative und werben für weitere Unterstützung. Einige Sportorganisationen und Gemeinden sind dem Beispiel bereits gefolgt und haben z.B. eigene Plakate und Banner erstellen lassen.

Das Handlungskonzept, nähere Informationen zur Kampagne und die Materialien, die begleitend zur Initiative gemacht wurden, finden Sie hier.

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