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Gesellschaft und Verfassung Deutsche Einheit Artikel 18.11.2014 Ge­schich­te und Er­in­ne­rung

Die Revolution in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung markieren eine zentrale Zäsur in der jüngsten deutschen Geschichte.

Unter den Rufen "Wir sind ein Volk!" fiel am 9. November 1989 die Berliner Mauer. Tausende Ostberliner drängten in den Westen und wurden dort mit unbeschreiblichem Jubel empfangen. Am Brandenburger Tor und auf dem Kurfürstendamm gab es einen großen Volksauflauf und die Menschen lagen sich in den Armen. Ganz Berlin feierte tagelang.

Deutschlandweit gingen damals hunderttausende Bürgerinnen und Bürger gegen die staatliche Bevormundung, Repression und Misswirtschaft auf die Straße, stürzten so das Regime der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und ebneten den Weg für eine friedliche Wiedervereinigung Deutschlands.

Schritte zur Wiederherstellung der Deutschen Einheit

Mit dem Ende der deutschen Teilung stand die Frage der Wiedervereinigung Deutschlands auf der politischen Tagesordnung. Ein maßgebender Schritt hin zur Einheit war die am 1. Juli 1990 in Kraft tretende Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Lautete die Forderung auf Demonstrationen in der DDR vor dem Mauerfall noch "Kommt die DM bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr!", hielten die Bürgerinnen und Bürger der DDR nun tatsächlich die westdeutsche Mark in den Händen. Laufende Zahlungen wie Löhne und Renten wurden 1:1 umgestellt, darüber hinaus wurde der Umtauschkurs gestaffelt. Auch der Umbau von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft begann. Volkseigene Betriebe wurden privatisiert und in der DDR galt nun das westdeutsche Arbeitsrecht, was unter anderem Tarifautonomie, Kündigungsschutz sowie ein Arbeitskampfrecht beinhaltete.

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Staatsvertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion

Deckblatt

Vertrag vom 18. Mai 1990 (BGBl. 1990 II S. 537), geändert durch Artikel 9 § 3 des Gesetzes vom 9. Juni 1998 (BGBl. I S. 1242)

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Am 4. Juli 1990 begannen in Berlin die Verhandlungen über den Einigungsvertrag. Am 23. August 1990 beschloss die erste und zugleich letzte aus freien Wahlen hervorgegangene Volkskammer der DDR förmlich den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes. Bereits zuvor hatte die Volkskammer am 22. Juli 1990 die Wiedererrichtung der von der DDR 1952 aufgelösten Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen beschlossen. Grundlage für die Vereinigung Berlins war Artikel 1 des Einigungsvertrags, dessen erster Absatz bestimmt: "Die 23 Bezirke von Berlin bilden das Land Berlin."

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Einigungsvertrag

Deckblatt

Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands [Einigungsvertrag vom 31. August 1990 (BGBl. 1990 II S. 889)]

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Die internationalen Aspekte der Wiedervereinigung Deutschlands wurden am 12. September 1990 im Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, den USA, der UdSSR, Frankreich und Großbritannien geregelt. Mit ihm wurde die volle Souveränität Deutschlands wieder hergestellt.

Am 3. Oktober wurde der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Art. 23 des Grundgesetzes wirksam. Die Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden Länder der Bundesrepublik Deutschland. Damit war die mehr als 40-jährige Teilung Deutschlands beendet und die Bundesrepublik ein in Freiheit geeinter, souveräner Staat mit international anerkannten und völkerrechtlich verbindlichen Grenzen.

Gedenken und Erinnern

Gedenktafel Berliner Mauer (Quelle: anweber/shutterstock.com)Bild vergrößernBerliner Mauer Quelle: anweber/shutterstock.com

Der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands sind die glücklichsten Ereignisse in der jüngeren deutschen Geschichte. Seit 1990 wird am 3. Oktober die Wiedervereinigung mit dem Nationalfeiertag zur Deutschen Einheit gewürdigt. Neben den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfinden, erinnern auch die Jahrestage des Baus und Falls der Berliner Mauer sowie der des Volksaufstands am 17. Juni 1953 an dieses zentrale Kapitel unserer Geschichte.

Durch die Förderung verschiedener Vereine und Initiativen, die sich Fragen der Wiedervereinigung widmen, unterstützt das Bundesministerium des Innern eine lebendige, gesellschaftliche Erinnerungskultur zur deutschen Teilung und Wiedervereinigung.

Weiterführende Informationen erhalten Sie über die Links auf der rechten Seite.

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