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Bevölkerungsschutz Schutz kritischer Infrastrukturen Artikel Schutz Kri­ti­scher Infrastrukturen

Moderne, hoch entwickelte und technologisierte Gesellschaften sind auf eine zuverlässige Infrastruktur angewiesen. Störungen und Ausfälle beispielsweise in der Energie- und Wasserversorgung oder im Notfall- und Rettungswesen können erhebliche volkswirtschaftliche Schäden nach sich ziehen und weite Teile der Bevölkerung unmittelbar betreffen.

Der Schutz sog. "Kritischer Infrastrukturen" ist deshalb eine wichtige Aufgabe vorsorgender Sicherheitspolitik. Die barrierefrei  Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Strategie) fasst die Zielvorstellungen und den politisch-strategischen Ansatz des Bundes auf diesem Politikfeld zusammen.

Strommasten vor bewölktem Himmel (Quelle: r.classen/shutterstock.com)

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Kritische Infrastrukturen sind Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden.

Neben den Sektoren Energie und Gesundheit, zählen z.B. auch Informationstechnik und Telekommunikation sowie die Wasserversorgung zu den Bereichen, die überlebensnotwendige Infrastrukturen bereitstellen. Eine Übersicht über alle Sektoren und Branchen Kritischer Infrastrukturen finden Sie hier.

Ursachen für Ausfälle von kritischen Infrastrukturen

Kriminelle Handlungen und terroristische Anschläge dürfen als permanentes Gefahrenpotential nicht aus den Augen verloren werden. Infrastrukturen sind aber auch durch Naturkatastrophen, besonders schwere Unglücksfälle, Betriebsstörungen oder Systemfehler gefährdet. Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2013 hat einmal mehr deutlich gemacht, wie auch in Deutschland das private und das öffentliche Leben von Naturereignissen getroffen werden kann.

Eine zunehmende Gefahr stellen überdies Angriffe im Cyberraum dar. Steuerungssysteme kritischer Infrastrukturen können von jedem beliebigen Ort der Welt aus manipuliert und beschädigt werden. Solche "Hackerangriffe" können zu schwerwiegenden und langanhaltenden Ausfällen mit entsprechenden katastrophalen Folgen für Staat und Bevölkerung führen.

Schutzkonzepte und staatliche Vorsorge

Der effektive Schutz Kritischer Infrastrukturen erfordert eine umfassende staatliche Vorsorge sowie gemeinsame Schutzkonzepte von Staat und Betreibern.

Leitfaden für Unternehmen und Behörden

Auf der Grudlage eines 2005 gemeinsam mit Sicherheitsexperten aus Wirtschaft, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und Bundeskriminalamt (BKA) erstellten Basisschutzkonzepts hat das Bundesinnenministerium 2009 Richtlinien für die Betreiber Kritischer Infrastrukturen erarbeitet. Der Leitfaden "Schutz Kritischer Infrastrukturen – Risiko- und Krisenmanagement" gibt Behörden und Unternehmen Hilfestellungen beim Aufbau und der Weiterentwicklung des jeweiligen Risiko- und Krisenmanagements. Bei der Entwicklung des Leitfadens wurden das BMI, das BBK und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durch Experten der unternehmerischen Praxis unterstützt.

IT-Sicherheitsgesetz

Um den zunehmenden Gefahren durch Cyberattacken effektiv begegnen zu können, hat das Bundesministerium des Innern ein IT-Sicherheitsgesetz auf den Weg gebracht, das am 17.12.2014 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Hierin ist, entsprechend den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode, u. a. die Verpflichtung privater Betreiber zur Meldung von IT-Sicherheitsvorfällen und zur Einhaltung bestimmter IT-Sicherheitsstandards verankert.

Umsetzungsplan KRITIS

In Ausführung des 2005 von der Bundesregierung beschlossenen "Nationalen Plan zum Schutz der Informationsinfrastrukturen" (NPSI) haben das BMI und das BSI den "Umsetzungsplan KRITIS" gemeinsam mit etwa 30 großen deutschen Infrastruktur-Unternehmen und deren Interessenverbänden erarbeitet, die alle in hohem Maß auf IT-Systeme angewiesen sind. Die erfolgreiche öffentlich-private Zusammenarbeit hat sich seit der Veröffentlichung des Umsetzungsplans 2007 weiterentwickelt - inzwischen nehmen über 150 Unternehmen und Verbände an der Kooperation UP KRITIS teil.

Beim Schutz Kritischer Infrastrukturen wird das Bundesministerium des Innern von seinen Geschaäftsbereichsbehörden und Einrichtungen untersützt:

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Gemeinsam mit der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk nimmt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Aufgaben der zivilen Sicherheitsvorsorge wahr. Das BBK arbeitet intensiv an umfassenden Schutzkonzepten auf dem Gebiet Kritischer Infrastrukturen. Zu seinen konzeptionellen Aufgaben gehören u. a. Gefährdungs- und Risikoanalysen.

Das Technische Hilfswerk

Notstromversorgung durch das THW + Notstromversorgung durch das THW Quelle: THW

Das Technische Hilfswerk (THW) kann durch die flächendeckende Präsenz und das breit gefächerte technische Einsatzspektrum bei fast allen Störungen der Kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden. Mit seinen Fachgruppen Infrastruktur, Elektroversorgung, Beleuchtung, Wasserschaden/ Pumpen, Trinkwasser sowie Führung und Kommunikation steht das THW im Notfall für technische Unterstützung zur Aufrechterhaltung einer Kritischen Infrastruktur zur Verfügung.

Das Bundeskriminalamt

Das Bundeskriminalamt (BKA) steht mit den Betreibern der Infrastruktureinrichtungen in einem engen Informationsaustausch über die Gefährdungsbewertung im Bereich der politisch motivierten Kriminalität. Die Betreiber werden sowohl über die Gefährdungslage als auch über konkrete Gefährdungshinweise zu einzelnen Objekten informiert, damit die Sicherheitsmaßnahmen entsprechend angepasst werden können.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist als der zentrale Dienstleister auf dem Gebiet der Sicherheit der Informationstechnik tätig. Informations- und Kommunikationssysteme sind wichtige "Nervenstränge" der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung. Abhängigkeit von IT und die Vernetzung der Infrastrukturen untereinander nehmen immer weiter zu. Die Innere Sicherheit und damit der Schutz Kritischer Infrastrukturen sind deshalb untrennbar mit sicheren IT-Systemen verbunden. Mit seinem breiten Aufgabenspektrum begegnet das BSI den vielschichtigen Problemen in Verbindung mit der Informationstechnik.

Zusatzinformationen

Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Strategie)

Deckblatt der Broschüre

Gesetzentwurf der Bundesregierung zum IT-Sicherheitsgesetz

IT-SG

Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland

Die digitale Vernetzung macht unsere Computersysteme verwundbar. Besondere Aufmerksamkeit muss dem Schutz kritischer Infrastrukturen geschenkt werden.

Mehr: Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland …

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

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Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

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Bundeskriminalamt

Logo des Bundeskriminalamtes Zum Internetangebot

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17.06.2009Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Strategie)
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